Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt

Dass die am Eingang die teuren Karten einfach so kaputtreißen, immer wieder ein Stich. Aber hopp, die Mäntel abgegeben und zu den Plätzen. Im Internet gebucht, d.h. für mich ein wenig Beinfreiheit durch den Sitz am Gang. So kann ich es aushalten. Nicht genug um mir einen Wagner anzutun, aber 3 Stunden Mozart geht schon. Vor allem, wenn an der sonst für gewagte Inszenierungen bekannten Staatsoper Unter den Linden ein »klassisches« Bühnenbild zu sehen ist. »Es ist ja nicht ohne Grund das bekannteste, erfolgreichste und am meisten gespielte Werk der Welt.« sagt August Everding im Gespräch mit Bernward Konermann.
Während mich Anna Kristiina Kaapola als Königin der Nacht nicht so zu bezaubern vermochte wie das weltbekannte Bühnenbild zu ihrem ersten Auftritt habe ich Alfred Reiter (Sarastro) ganz hervorragend gehört. Das ging mir übrigens auch mit Klaus Häger als Papageno so. Ein guter Abend.

Massenweise Mails landen im Spamordner, manchmal auch solche, die man sich besser einmal gründlich ansehen sollte. Ansehen heißt noch lange nicht bearbeiten und antworten, nur kennen und beurteilen. Dabei hilft in diesem Fall die »Stationäre Aufnahme«. Dank dafür.
Aus meinen »Leserbriefen«:
… mein Mann ist Diabetiker und möchte die Gleichstellung beantragen. Da er um seine Karriere fürchtet, er ist erst 29, stellt sich nun die Frage, ob man die Behinderung/Gleichstellung dem Arbeitgeber mitteilen muß. Falls er es nicht mitteilt: Kann er im Falle einer Kündigung die Gleichstellung/Behinderung als \”Joker\” aus dem Ärmel ziehen?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe! …
Liebe Frau …,
so kann man es nicht nur, so muss man es machen. Damit wird man nämlich so richtig beliebt und erweist auch allen anderen Behinderten einen guten Dienst, denn die Arbeitgeber lernen ja aus so einem Verhalten, dass sie immer ganz besonders lieb zu Behinderten sein müssen und viele davon einstellen, weil die sind nämlich so kollegial und überhaupt bessere Menschen … gut, dass Sie sich um die Interessen Ihres Mannes kümmern.
Wer tote Tiere fotografiert muss bei der Berliner Polizei schon mal seine Unschuld beweisen. Aber das ist ja nur Lokalpolizei, die verstehen vielleicht nicht, dass Bundesrecht auch in Belin gilt. Der Präsident des BKA, Jörg Zinke, bekommt in der Hinsicht aber keine “mildernden Umstände”. Er meint, dass es nicht so schlimm sei wenn etwas über 82.000 Bürger hinterrücks ausspioniert würden von seinen Kollegen. Und vom Innenminister Niedersachsen will ich hier nicht weiter schreiben, der ist es mir nicht wert. Mann-o-mann, was ist nur in diesem Land los? Ist hier nur noch Rechtsabbiegen erlaubt?
6 Feb
Weil ich das Thema wirklich ernst nehme und ein erklärter Gegner der Gesundheitskarte (unbedingt auch hier lesen) bin habe ich mein Impressum um eine Datenschutzerklärung erweitert. Wenn Sie jetzt glauben, dass ich das nicht ernst nähme, dann irren Sie sich aber gewaltig.
Nachtrag kurz danach: Operation Wühlmaus im Weblog bei ZEIT.de
Nachtrag später danach: Link zum Inspirateur meiner Datenschutzerklärung. Ehre wem sie gebührt.
5 Feb
… ist nicht so einfach, deshalb musste auch die sogenannte Gesundheitsreform geändert werden: statt dort endlich mal wirklich zu sparen müssen nun die Versicherten mehr zahlen.
Und das Rote Kreuz konnte auch nix sparen, das zahlen jetzt auch die Versicherten mehr. Wie lauten noch mal die Namen der Chefs beim Roten Kreuz auf allen Ebenen? Die schon mal gehört? So ein Zufall.
Und noch einer: Vorschriften. Dort wird gespart. Koste es, was es wolle.

Das Docmorris-Blog ist immer wieder Quelle der Belustigung in wirklich ernsten Zeiten. Wenn der Inhaber/Gründer Ralf Däinghaus (oder sein beauftragter PR-Autor) zur Diskussion der Gesundheitsreform aufruft ganz besonders. Apotheker schäumen, das Publikum ist amüsiert bis eifrig. Die Geschäftsergebnisse der Firma DocMorris rechtfertigen so viel Interesse nicht unbedingt. Aber die Warnung im Impressum ist berechtigt: »Der Inhalt von www.docmorris.de ist nicht zur Selbstdiagnose geeignet und bildet keine ausreichende Grundlage für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden.« Auch in der Politik, möchte ich gerne hinzufügen.
Update 06.10.2007: Wegen des Missbrauchs der Kommentare wurde die Funktion heute geschlossen.
2 Feb
… gekommen. Kein Zahngold übrig und auch sonst leider erst heute gesehen. Wäre ich doch nur früher mal dort vorbei, bei Tageslicht, und nicht nur immer zwischen 5 und 6 Uhr zum Flughafen hetzen. Ach ja, den haben sie ja auch verlegt. Eigentlich nicht, aber meine Schokoladenherzlinie fliegt nur noch ab Tegel. Mist. Überfüllt dort. Und die Wachmannschaften noch neurotischer als in Tempelhof. Na gut, wenigstens ist die Tastatur immer schön sauber nach dem Kuss vom Staubsauger.
1 Feb
480 Euro zahlt eine Krankenschwester für eine 84 Quadratmeter Wohnung in einem Klinikwohnheim in Hamburg. Kein Wunder, dass sie sich aus dieser Wohnung nicht herauskündigen lassen will. Aber kann jemand einen Anspruch auf so hoch subventionierten Wohnraum haben? Ein Einzelner gegen die Gesellschaft? Mal ganz unabhängig von der rechtlichen Situation: dürfen 6 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst den Staat so ausnutzen? Das Hamburger Abendblatt berichtet.
Transparency Deutschland, Bloggern womöglich noch bekannt wegen des berühmt-berüchtigten Umgangs mit Mitarbeitern und Bloggern, gefällt sich seit Monaten darin die Selbsthilfe mehr oder weniger direkt zu bezichtigen sich von der Pharmaindustrie kaufen zu lassen. Dabei ignoriert man die entsprechenden Bemühungen der Verbände die Anfälligkeit durch Aufklärung aber auch Monitoring und Konsequenzen bis hin zum Ausschluss aus Dachverbänden zu berücksichtigen. Bei der Veranstaltung der Techniker Krankenkasse in Hamburg am 31.01.07 gipfelte die Ignoranz im Vorschlag der Vorsitzenden Anke Martiny, die Selbsthilfe könne doch Wirtschaftsprüfer beschäftigen. Als ob das Übersehen von Millionenkorruption bei Siemens nicht gerade gezeigt hätte, dass besonders diese Branche nicht unbedingt zu Sauberkeit im Geschäftsleben beitragen kann und als ob die Selbsthilfe überhaupt genug Geld hätte sich die teuren Firmen zu engagieren.
Glutenfreie Kekse probiert. Nie wieder freiwillig!
Ob mit oder ohne Deppenapostroph: der 8. Senat des Landessozialgerichts in Hessen hatte wirklich ein Herz für einen Kranken. Ich wundere mich über diese Nachricht. In jeder Hinsicht.
31 Jan
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Gut, dass es aufmerksame Beobachter auch der Zeitschrift Capital gibt: jetzt weiß ich endlich nach Peanuts auch was »lächerliche Summen« sind und warum man Ärzten die gemeinschaftliche Arbeitsverweigerung einfach verzeihen und sie liebhaben muss. Vielleicht wollen sich die Damen und Herren »Kollegen« des Stands oder der KV mal mit der Frau Dokta zusammen setzen zwecks Realitätswahrnehmung und Störungen derselben?
29 Jan
»Ein mögliches Ergebnis des Experten-Hearings könnte es deshalb sein, auf der Grundlage der Empfehlungen eine konsentierte Entscheidung der AG 3 über die konkrete Festlegung systematisch zu variierender Erfolgsdeterminanten herbeizuführen und/oder zusammen mit den Expertinnen und Experten die Eckdaten für die geforderte multizentrische Studie zu formulieren. Auf jeden Fall wird die Arbeitsgruppe die Expertenempfehlungen an die für die Umsetzung des geforderten Modellvorhabens entscheidenden Zielgruppen kommunizieren, um sie zu ermutigen, …« Ein schönes Beispiel für Wissenschaftsnützlichkeit in Deutschland. Wenn irgendein Leser was mit dem Satz hat anfangen können wäre ich sehr überrascht. Aber prima Symposion, gute Verpflegung, nettes Ambiente.
Der Mann liest schneller als ich Bücher kaufen kann. Aber eine gute Mischung. Nachmachen. Gut: versuchen.
29 Jan
Preisvergleiche sind bei der Versorgung mit Hilfsmitteln dringend anzuraten, spätestens wenn ein Lieferant zuzüglich zu der Zahlung von 10% bis 10 Euro weitere »Aufzahlungen« geltend macht. Bei handelsüblichen Windeln verlangte der Lieferant SANIMED GmbH mit Sitz in Ibbenbühren und Filialen über das ganze Bundesgebiet verstreut plötzlich ohne Ankündigung eine saftige Selbstbeteiligung über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Das veranlasste mich das Hilfsmittelzentrum meiner Krankenkasse anzurufen. Genauer: ich rief meine örtlich zuständige Filiale der DAK in Berlin an und die veranlassten einen Rückruf. Nach einer kurzen Schilderung meines Anliegens wurde ich informiert, dass man keine Empfehlungen ausspreche, mich aber neutral über alle Lieferanten informieren könne, mit denen ein Vertrag bestehe. Dazu gehört auch Sanimed, aber auch die Firma »CORONA Medizintechnik Handels GmbH«. Die haben zwar eine erbärmliche Website, aber man kann die Telefonnummer erkennen. Und wie nicht schwer zu erraten: dort bekommt meine Tochter nun die erforderlichen Windeln, frei Haus, ohne weitere Zuzahlung als eben jene 10 Euro pro Monat, die immer fällig wären. Mal eben ein paar Hundert Euro im Jahr gespart.
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