Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
So ähnlich liest es sich wohl in Zeitungen mit größeren Buchstaben. Aber Rainer Wend, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion hat schon einen seltsamen Gedanken aufgegriffen. Seit einiger Zeit zieht es die Politniks dahin den Paaren vorzuschreiben, dass beide Partner arbeiten (gegen Geld im Wirtschaftsprozess) müssen sollen, es soll nicht mehr ein Partner eigene Kinder kostenlos vollzeit-erziehen dürfen, denn erstens gebe es ja nicht mehr genug davon (Kinder) und zweitens machten das Kitas und andere staatlich finanzierte Anstalten doch viel besser (Eltern behinderter Kinder wissen wie recht der Politapparatschik hat). Dafür wird den Paaren dann künftig das Geld, das sie durch eine zweite Arbeitsstelle mehr verdienen für die staatliche Finanzierung von Kinderbetreuung abgenommen. Und wer keinen zweiten bezahlten Job für eine Familie findet (angeblich gibt es ja nicht genug Arbeitsplätze): dem wird es dann trotzdem abgenommen. Dafür bekommt er ein wenig Ausgleichsunterstützung, die aber ins Belieben der Haushaltspolitiker gestellt ist. Und diesen muss er oder sie dann dankbar sein und sie wählen, weil die ja durch Stütze dafür sorgen, … und natürlich bleibt bei jedem Umverteilen ein wenig von dem Geld an den Händen der tätigen Beamten hängen, die wir eigentlich wegsparen wollten. Herr, lass’ Hirn regnen!
23 Aug
Ich möchte es nicht so genau wissen wieviel Steuergeld in das Projekt “Europakompetenz in der Kranken- und Altenpflege” geflossen ist. Wenn ich mir die Website ansehe, besonders das Forum, und die insgesamt 8 Nachrichten im Forum zähle, dann ist mir schon klar: vom Projekt zu seiner Laufzeit nichts gesehen, danach nie von ihm gehört oder gelesen, in der Praxis nichts hängen geblieben. Aber die Fördergelder haben bestimmt zu netten Treffen geführt, nettem gemeinsamen Essen und Trinken, vielleicht ist auch noch eine Promotion dabei rausgesprungen. Die Belege sind gezählt, das zuständige Rechnungsprüfungsamt mehr oder weniger zufrieden, eine Effizienzkontrolle? Wo kämen wir denn da hin? Ich schau mir die Träger an und will nichts mit denen zu tun haben.
23 Aug
Der Wahlk(r)ampf beschäftigt sich immer gerne mit dem Thema (Wir machen Schule wahlweise sicherer, verlässlicher, gründlicher, kinderfreundlicher, leistungsfähiger usw.), ich habe im Netz zufällig eine Schule gefunden, auf die ich mein Kind schicken würde, wenn sie nicht im Bereich EDV ausweislich der Aktualität ihrer Website schon länger in der Vergangenheit lebte, einer Zeit, die besonders in moderner Technologie so eher zu “Geschichte von …” passt als zu aktueller Erziehung und Bildung. Von der total veralteten Frametechnik sowie den vielen Codefehlern mal ganz abgesehen. Haben Eltern in Berlin “freie Schulwahl” oder ist das schon weggespart oder war das in Preussen nie so mit der Freiheit?
Ich muss mich mal informieren, was das stieselig klingende “Frau P., Frau W., Frau B. und Herr H.” eigentlich sollen. Haben die Menschen keine Vornamen oder schämen die sich so? Es erheitert mich auch am Telefon immer wieder: “Guten Tag, mein Name ist Frau M.” Bekommt man, besser frau, den Vornamen eigentlich beim Standesamt eingetragen?
Die Bedenken einiger Forscher wegen «Umsetzung, Größe und Kosten des Vorhabens» scheinen mir nicht so tragend, mich überzeugt von der ethischen Unzulässigkeit besonders der Fakt, dass die Inhaber der DNS damit auch das Erbmaterial aller ihrer Nachfahren schon jetzt verkaufen. Also nix mehr mit Zustimmung, mit “informed consent” bei solchen Maßnahmen. Wo es ums Geld geht ist den Angelsachsen jede Ethik recht. Mehr in der WELT.
22 Aug

Der Schockwellenreiter hat es fotografiert, man kann es überhaupt nicht genug zeigen, deshalb auch hier.
22 Aug
So richtig freuen und Spaß haben kann ich an den Nachrichten aus dem Bundesministerium für Gesundheit nur selten. Manchmal lache ich eher gallig auf, zum Beispiel beim Thema Pflegeversicherung, das mein Leben nun schon seit ihrer Einführung (die ich abgelehnt habe!) begleitet. Der Herr mit dem «Die Rente ist sicher» hatte damals den Einstieg in den Ausstieg der solidarisch finanzierten Sozialversicherung gewagt und geschafft, die Sozialdemokraten hatten im Bundestag zugestimmt, weil sie mit 500 Millionen für die (damals mehrheitlich roten) Länder sowie 500 Millionen für die (damals mehrheitlich … Sie werden es ahnen) Kommunen überzeugt wurden. Es waren noch D-Mark.
Ich erinnere mich noch gut, wie bei einer ersten Revision des Gesetzes die Anstalten vor allem auf Betreiben der Lebenshilfe und zu Lasten der Familien einen höheren Anteil an den Töpfen bekamen. Das war nötg und richtig, wollte uns damals ein Herr Jung (wo ist der eigentlich geblieben?) aus dem Ministerium von Herrn Blüm weiß machen. Heute hat man in der Politik begriffen, dass jeder Weg zu den Anstalten ein Irrweg ist, Zukunftssicherheit nur in ambulanten und wohnortnahen Strukturen von Hilfen zu finden sein wird. Jetzt geht es also wieder zurück. Und wieder sind sich rote und schwarze Politiker einig. Spricht diese Einigkeit eigentlich für Richtigkeit?
meint die Financial Times Deutschland nach Aussage in der Wetterfichte. Wer mag nur diese Ergebnisse gewünscht und bezahlt haben? Ich begegne immer nur Leuten, die den Tag der Pensionierung überhaupt nur schwer erwarten können, denen die derzeitige Heuschreckerei in allen Bereichen derart auf den Senkel geht, dass sie lieber heute als morgen aussteigen würden.
Lustig dieses blogspot.com: ich habe dort sogar mal einen Kommentar hinbekommen. Beim Versuch der Wiederholung soll ich immer zuerst ein Blog dort einrichten. Sonst ginge das nicht mit den Kommentaren. Schade, ein virtueller Teufelskreis oder eine total bescheuerte Idee der Betreiber.
21 Aug
Unter dem Titel «(un)geregelter Tod» bieten die Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf und der BioSkop e.V. in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Humanistischen Union ein Seminar an. Am Freitag, den 22.09. und Samstag, den 23.09.2006 geht es um die aus meiner Sicht sehr kritisch zu sehenden “Patientenverfügungen” und die “Sterbehilfe”.
Beim Titel der Arbeitsstelle läuft es mir abwehrend kalt den Rücken runter. Warum nur stoßen mich solche Namen so ab? Nachdenkbefehl an mich! Und dass man das Seminar auf der Homepage des Vereins so schwer findet … hat sich das mit dem Web und wie das geht immer noch nicht rumgesprochen?
Unter dem Titel Forschen – Heilen – Lehren: 100 Jahre Tropeninstitut erbringt das Hamburger Institut für Tropenmedizin seine Leistungen. Wer nicht alternativlos auf diese angewiesen ist sollte sich klar darüber sein, dass dieses Krankenhaus nicht bereit zu sein scheint zu erklären, dass es im Qualitätsvergleich wahrheitsgemäße und vollständige Angaben macht (wie andere Hamburger Krankenanstalten). Dies ergibt sich aus der grottenschlechten Website der Externen Qualitätssicherung Hamburg. Nach meiner Meinung sollte man solche Anstalten schließen, alternativ die gesamte Geschäftsführung zu einer persönlich zu erbringenden Geldbuße in Höhe von EURO 100.000 pro Person (ohne Möglichkeit der Absetzbarkeit von der Steuer!) verurteilen. Es gibt für deren Verhalten keine Entschuldigung.
Vorsichtig sein sollte man in Hamburg auch beim Besuch des Krankenhauses Beim Andreasbrunnen, mit dem die Shell BKK noch eine Sondervereinbarung unter dem Titel Nägel und Köpfe gemacht zu haben scheint und des Krankenhauses Tabea sein. Beide Krankenhäuser machen auffällig wenige Angaben und stehen damit eklatant schlechter da, als (mit obiger Ausnahme) alle anderen Hamburger stationären Einrichtungen.
Es geht hier um die erst jetzt zur Verfügung stehenden Daten aus erfassten Zeiten, in 2006 kann die Situation sich anders darstellen. Nachfragen scheinen aber aus Patientensicht geradezu erforderlich, will man sich später nicht selbst der Leichtfertigkeit im Umgang mit der eigenen Gesundheit bezichtigen müssen.
Die Berliner Zeitung gehört schon lange nicht mehr zu meiner Lieblingslektüre, aber von Zeit zu Zeit findet auch eine Zeitung mal einen Korn (oder so). Man muss Dr. Rainer Hess nicht lieben, aber seinem messerscharfen Verstand ist nicht entgangen, dass die Politik ihn und sein Gremium vorschiebt, von Zeit zu Zeit im Stich lässt, es aber auch nicht besser weiß.
19 Aug
DocCheck berichtet über die merkwürdigen Pläne aus dem Berliner Gesundheitsministerium: zum Beispiel aus Herzklappen sollen “Medikamente” werden. Was das bedeutet? Es wird sehr viel teurer, die Lagerung muss neu geordnet werden, aus denen, die einem Spender ein Gewebe entnehmen, werden “Produzenten” mit allen an diese zu stellenden Anforderungen, Kompletttransplantate werden aus kommerziellen Interessen in Einzelteile zerlegt und verkauft … Wieder mal ein sehr gelungener Beitrag des Bundesministeriums für Gesundheit zur Lösung der anstehenden Probleme!
19 Aug
«Der CDU-Kandidat wolle sich ganz auf seine politische Arbeit in Berlin konzentrieren.» droht er laut Spiegel online. Schon am 01.08., aber erst heute entdeckt, hat das berlinblog sich inklusive eines Audiobeitrags mit dem ganz kleinen Karo beschäftigt.
… bis 2030, das jedenfalls meinen die interessierten Augenärzte. Der Professor Dr. Norbert Pfeiffer ist zufällig auch Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), die in diesem Jahr zum Thema “Augenheilkunde in der alternden Gesellschaft” in Berlin ihren Fachkongress abhält. Witzig sind die Augenärzte übrigens öfter: unter dem Namen myDOG bieten sie ihre Online-Mitgliederverwaltung an. Für Patienteninformationen ist die Homepage nicht so ganz der richtige Ort: wird alles gerade überarbeitet.
Die Welt schreibt über geheime Schwachstellen, der Chef im zuständigen Gemeinsamen Bundesausschuss meint, dass die Journalisten nur nix verstanden haben, ganz so einfach ist das jedenfalls alles nicht: nicht jede Auffälligkeit stellt sich auch nach Prüfung als Fehler heraus. Aber lesenswert ist der Artikel allemal, schon weil auch ich ja nichts verstanden habe. Und wer kann: der Qualitätsreport höchstselbst.
«Rheuma-Liga-Mitglieder erhalten einen Sonderrabatt auf apothekenpflichtige, nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel. Die Sanicare-Apotheke bietet zudem portofreien Versand und eine kostenlose 24-Stunden-Hotline.» In der Pressemeldung wird die Rheuma-Liga gleichzeitig als Deutschlands größte Selbsthilfeorganisation bezeichnet. Das sollten Journalisten mal unter zwei Gesichtspunkten recherchieren vor Nachdruck: handelt es sich wirklich um eine Selbsthilfeorganisation, d.h. haben auf allen Ebenen mehrheitlich Betroffene das Sagen? Und weiter: Ist die Rheuma-Liga in der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen vertreten? Wie passt hier die Größe der Organisation mit der angeblichen Seltenheit zusammen?
Grundsätzlich frage ich mich ob solche Verträge nicht die Unabhängigkeit von Selbsthilfe gefährden würden, d.h. wieviel Geld von einer Firma braucht es wohl um eine Patientenorganisation zu kaufen?
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