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Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt

Am kommenden Donnerstag, 1. Februar 2007, steht auf der Tagesordnung des Bundestags-Plenums:

“1. Lesung des von der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Stammzellgesetzes
- Drs. 16/383 -
Debatte 30 Minuten”

Die FDP bezweckt die Abschaffung des Stichtages sowie der Strafbarkeit für die Beteiligung an Handlungen im Ausland, die innerhalb Deutschlands Verboten des Stammzellgesetzes unterliegen.

Die kurze Drucksache (4 Seiten, PDF).

“Die Entwicklungen der letzten Jahre in der embryonalen Stammzellforschung, die bisher nur außerhalb Deutschlands stattgefunden haben, zeigen, dass in diesem Bereich die Aussichten auf neue Heilungsmethoden für schwerste Erkrankungen, wie z. B. Multiple Sklerose oder Herzinfarkt, am größten sind. Die Ausschöpfung der Heilungsmöglichkeiten solcher Krankheiten, wie sie durch die embryonale Stammzellforschung entwickelt werden können, ist ein Gebot der Ethik.”

Die Zahl klinischer Studien und etablierter Therapien mit embryonalen Stammzellen spricht gegen die Wahrhaftigkeit der Bundestagsliberalen.


Quelle: wdt, Bröckelbahnhof Berlin

Jetzt werden ein paar Deko-Elemente etwas solider befestigt. Wer konnte schon ahnen, dass hier der Wind mal mit mehr als 150 km/h pfeifen würde. Wo doch sonst in Regierungsnähe eher laue Lüftchen angesagt sind. Das Tagesschau-Blog. Lesenswert.

Übergewicht

Mit dem weit verbreiteten »Übergewicht« beschäftigte sich “medizin-im-text”. Die Autorin erkennt einen boshaften Beigeschmack in der ärztlichen Formulierung »Adipositas per magna« und denkt dabei an Menschen mindestens mit “kleinem Latinum”. Die Masse, um die es massenhaft geht, versteht unter anderem kein Latein, der klingt es also auch nicht boshaft, die führt es zurück auf »die Drüsen« und kauft noch ein Diätheftchen am Kiosk oder liest es beim Friseur.

Politikerblog

Screenshot Pauli

»Die rote Gabi«, auch bekannt als »Stoibers Schicksal« usw. usf. (im Personalausweis dürfte Dr. Gabriele Pauli stehen) hat ein Weblog. Und da stehen so tolle Sachen drin wie dass sie bei Bernd Dassel im Ällgäu gewesen ist. Und das kann der Leser nun leider nicht kommentieren (Hyroglyphensalat), aber schon am 17.01. hat sie ein neues Gästebuch eröffnet. Die hat aber eine tolle Internetfirma, »da legst di nieda«. Und sower stürzt Stoiber. Der soll sich schämen.


Quelle: wdt,
Hauptbahnhof Berlin

Künftig soll ja schon bei kräftigen Winden der Stufe 8 gleich der ganze Bahnhof geschlossen werden. Obwohl angeblich nur ein Dekorationselement ohne tragenden Charakter und nur weil es nicht befestigt war herunter gefallen ist. Aber es dürfte ja ziemlich egal sein, ob man von einem tragenden Teil mit 2 Tonnen Gewicht erschlagen wird oder von einem Dekorationselement gleichen Gewichts.

Jedenfalls war der Bahnhof gestern schön ruhig: fast alle Geschäfte geschlossen, alle Züge standen still, weil Mehdorns starker Arm … aber lassen wir die Kalauer. Alle redeten vom Wetter, die Bahn auch. Und während ein wenig wärmer im Sommer ja nicht so schlecht ist, Stürme als Folge der Erderwärmung werden wenige Fans in Deutschland finden.

Der Zug wurde übrigens gut bewacht. Überhaupt fiel die Präsenz von unheimlich vielen Polizisten (mit Händen in den Taschen!) in der Gegend auf. Gelegentlich fuhren sie mit Blaulicht und Sirene von einem Parkplatz zum anderen.

Die FAZ hat in ihrem Online-Angebot ein Interview mit Wolfram Richter, Professor für Öffentliche Finanzen an der Universität Dortmund und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen, veröffentlicht. Er gilt als der geistige Vater des Gesundheitsfonds. Wer schon immer mal wissen wollte wie das funktionieren soll kann es da versuchen.

Kapseln
Kapseln – Quelle: photocase.com

»In nur einem halben Jahr hat sich die Zahl der Arzneimittel, die ohne Zuzahlung zu haben sind, fast vervierfacht. Aktuell können die Versicherten bei 8012 Präparaten auf die gesetzliche Zuzahlung verzichten.« schreibt mein Dachverband am 16.01., schon am 09.01. hat das der BKK-Bundesverband veröffentlicht. Dort findet man auch eine Suchmaske zum Recherchieren des selbst benötigten Medikaments.

Bulgarien

Nachdem ich gestern passend zum Sturm einen bulgarischen Wein zu mir genommen habe heute noch ein paar Gesundheitsnachrichten: »Bulgarien hat es nicht geschafft, ein Gesundheitswesen für alle seine Bürger auf die Beine zu stellen. Soziale Minderheit wie Roma sind ausgeschlossen.« (schreibt kma@news)

Flagge Bulgarien

In der gleichen Ausgabe schreibt dieser Newsletter unter der Überschrift »Exportschlager elektronische Gesundheitsakte«, dass der National Healt Insurance Fund (NHIF), die InterComponentWare AG (ICW) (»Lösungen, die den Menschen und seine ganz besonderen Anforderungen als Patient in den Mittelpunkt stellen«) und Cisco (»the evolution of consumer connectivity«) dort die Gesundheitsakte einführen wollen und ein Pilotprojekt starten. Ja haben denn die Gesundheitsaktenprofiteure überhaupt keinen Anstand? Da haben in so einem Land erhebliche Anteile der Bevölkerung nicht einmal Zugang zum Gesundheitssystem und diese heuschreckengeführten Akteure dillettieren mit diesem teuren Schwachsinn rum?

… ein wunderbarer kleiner Film, … warum das Allerweltsteufelchen das Copyright nicht beachtet weiß ich nicht. Ist doch kein Problem so:

Update: jetzt ist das Flash-Filmchen beim Ersteller zu sehen. Hoffentlich recht lange.

… kann man unflätig rumproleten wie ein Arztfunktionär, (unwahre) Behauptungen aufstellen und Belege schuldig bleiben, rhetorische Fragen stellen (lassen) und damit unterschwellig Behauptungen aufstellen, von denen man sich dann schnell distanzieren kann oder Manipulieren mit dem Editor. Ganz nach Belieben. Nur die anstehenden Entscheidungen beeinflusst man dadurch nicht wie gewollt. Soviel ist sicher.

Aber wozu und wie? Der Schockwellenreiter schreibt von Klassenjustiz. Und die Justiz zeigt das immer ungenierter. Wobei die »unabhängige Rechtsprechung« nach meiner niedrigen Meinung schon immer dazu da war die Interessen der Mächtigen zu schützen. Warten wir doch mal auf Reaktionen der Justiz auf die Machenschaften der Schröder-Regierung im Fall des Bremer »Deutsch-Türken«.

Drei neue Hügel auf dem schönen Rasen. In nur wenigen Stunden. Liegt wohl am Sturm. Nehm’ ich mal an. Darauf einen Kyrill Chardonnay. Bulgarien, gehört ja jetzt auch zur EU.

Weltweit lagern ca. 200.000 Nabelschnurblut-Konserven, die blutbildende adulte Stammzellen enthalten, in knapp 40 öffentlichen Nabelschnurblutbanken. 6000 dieser Nabelschnurblut-Spenden wurden bereits “allogen” (der Empfänger ist nicht der Spender) transplantiert.
Details

Darauf weist auch die “Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie” (DGHO) in ihrem neuesten Papier (Seite 8) hin.

Leider setzt sich die DGHO dort auch für Liberalisierung des Stammzellgesetzes ein – obwohl die Lage (keine einzige klinische Studie oder Therapie mit embryonalen Stammzellen, zahllose Studien und etliche etablierte Therapien mit adulten Stammzellen, fast täglich neue therapierelevante Erkenntnisse mit adulten Stammzellen) eigentlich für die ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen spricht.

Der Pharmaberater ist davon überzeugt: Ärzte schätzen an ihm und seinen Kollegen:

  • 82,77% Fortbildungsangebote
  • 76,99% fachliche Informationen
  • 71,33% Arzneimittelmuster
  • 51,01% persönliche Kontakte
  • 35,13% Informationen zur Wirtschaftlichkeit
  • 23,69% gesundheitspolitische Informationen
  • 10,36% Werbegeschenke
Bittere Pillen
Pillen – Quelle: photocase.com

Unbedingt morgen noch meinen Hausarzt befragen. Wenn der glaubt, diese Berufsangehörigen würden ihn bedarfsgerecht fortbilden: Arztwechsel einleiten wegen Dummheit. Mehr als die Hälfte der antwortenden Hausärzte sind wohl nicht so ganz helle.

Nachtrag 29.01.: mein Arzt findet die Pharmaberater persönlich »ganz nett«, traut ihren Informationen aber nicht über den Weg. Der Chef der Arzneimittelkommission der Ärzte informiert in einem Interview am 26.01.07.

CenterNetworks rechnet ein wenig die Kosten aus. Bei aller Liebe: so wird das dann wohl aber doch eher nix. Oder ein Vertragsprovider müsste mir eine Subvention in 4-stelliger Höhe anbieten. (Ich würde ja gerne ein Photo von dem Teil hier einbinden, aber Apple mahnt ja so freudig ab, übrigens ein weiterer Grund für mich auf das Teil doch eher zu verzichten)

Ergänzung 19.01.07: Weblog zum iPhone

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Kommentare

  • Svenja-and-the-City: Wow. Das ist ein unglaublich interessanter Satz, der mir sehr gefällt. Aber was ist mit all...
  • Günter Schütte: Mir scheint, das hat weder mit Apple noch was mit der Herstellerfirma sondern am ehesten mit der...
  • Waltraud Stevens-Hammers: Sehr geehrter Herr Fussek, meine Mutter ist jetzt 86 J alt und hat eine beginnede Demenz....
  • Balz, Hans: Sehr geehrter Herr Yogeshwar, bitte nehmen Sie zum Thema Kontakt mit mir auf! Mit freundlichen Grüßen...
  • Michael: Danke für Deine Anregungen, auch wenn ich inhaltlich (zumindestens teilweise) eine andere Meinung habe. Aber...

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