Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
2 Feb
… gekommen. Kein Zahngold übrig und auch sonst leider erst heute gesehen. Wäre ich doch nur früher mal dort vorbei, bei Tageslicht, und nicht nur immer zwischen 5 und 6 Uhr zum Flughafen hetzen. Ach ja, den haben sie ja auch verlegt. Eigentlich nicht, aber meine Schokoladenherzlinie fliegt nur noch ab Tegel. Mist. Überfüllt dort. Und die Wachmannschaften noch neurotischer als in Tempelhof. Na gut, wenigstens ist die Tastatur immer schön sauber nach dem Kuss vom Staubsauger.
1 Feb
480 Euro zahlt eine Krankenschwester für eine 84 Quadratmeter Wohnung in einem Klinikwohnheim in Hamburg. Kein Wunder, dass sie sich aus dieser Wohnung nicht herauskündigen lassen will. Aber kann jemand einen Anspruch auf so hoch subventionierten Wohnraum haben? Ein Einzelner gegen die Gesellschaft? Mal ganz unabhängig von der rechtlichen Situation: dürfen 6 Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst den Staat so ausnutzen? Das Hamburger Abendblatt berichtet.
Transparency Deutschland, Bloggern womöglich noch bekannt wegen des berühmt-berüchtigten Umgangs mit Mitarbeitern und Bloggern, gefällt sich seit Monaten darin die Selbsthilfe mehr oder weniger direkt zu bezichtigen sich von der Pharmaindustrie kaufen zu lassen. Dabei ignoriert man die entsprechenden Bemühungen der Verbände die Anfälligkeit durch Aufklärung aber auch Monitoring und Konsequenzen bis hin zum Ausschluss aus Dachverbänden zu berücksichtigen. Bei der Veranstaltung der Techniker Krankenkasse in Hamburg am 31.01.07 gipfelte die Ignoranz im Vorschlag der Vorsitzenden Anke Martiny, die Selbsthilfe könne doch Wirtschaftsprüfer beschäftigen. Als ob das Übersehen von Millionenkorruption bei Siemens nicht gerade gezeigt hätte, dass besonders diese Branche nicht unbedingt zu Sauberkeit im Geschäftsleben beitragen kann und als ob die Selbsthilfe überhaupt genug Geld hätte sich die teuren Firmen zu engagieren.
Glutenfreie Kekse probiert. Nie wieder freiwillig!
Ob mit oder ohne Deppenapostroph: der 8. Senat des Landessozialgerichts in Hessen hatte wirklich ein Herz für einen Kranken. Ich wundere mich über diese Nachricht. In jeder Hinsicht.
31 Jan
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Gut, dass es aufmerksame Beobachter auch der Zeitschrift Capital gibt: jetzt weiß ich endlich nach Peanuts auch was »lächerliche Summen« sind und warum man Ärzten die gemeinschaftliche Arbeitsverweigerung einfach verzeihen und sie liebhaben muss. Vielleicht wollen sich die Damen und Herren »Kollegen« des Stands oder der KV mal mit der Frau Dokta zusammen setzen zwecks Realitätswahrnehmung und Störungen derselben?
29 Jan
»Ein mögliches Ergebnis des Experten-Hearings könnte es deshalb sein, auf der Grundlage der Empfehlungen eine konsentierte Entscheidung der AG 3 über die konkrete Festlegung systematisch zu variierender Erfolgsdeterminanten herbeizuführen und/oder zusammen mit den Expertinnen und Experten die Eckdaten für die geforderte multizentrische Studie zu formulieren. Auf jeden Fall wird die Arbeitsgruppe die Expertenempfehlungen an die für die Umsetzung des geforderten Modellvorhabens entscheidenden Zielgruppen kommunizieren, um sie zu ermutigen, …« Ein schönes Beispiel für Wissenschaftsnützlichkeit in Deutschland. Wenn irgendein Leser was mit dem Satz hat anfangen können wäre ich sehr überrascht. Aber prima Symposion, gute Verpflegung, nettes Ambiente.
Der Mann liest schneller als ich Bücher kaufen kann. Aber eine gute Mischung. Nachmachen. Gut: versuchen.
29 Jan
Preisvergleiche sind bei der Versorgung mit Hilfsmitteln dringend anzuraten, spätestens wenn ein Lieferant zuzüglich zu der Zahlung von 10% bis 10 Euro weitere »Aufzahlungen« geltend macht. Bei handelsüblichen Windeln verlangte der Lieferant SANIMED GmbH mit Sitz in Ibbenbühren und Filialen über das ganze Bundesgebiet verstreut plötzlich ohne Ankündigung eine saftige Selbstbeteiligung über den gesetzlichen Rahmen hinaus. Das veranlasste mich das Hilfsmittelzentrum meiner Krankenkasse anzurufen. Genauer: ich rief meine örtlich zuständige Filiale der DAK in Berlin an und die veranlassten einen Rückruf. Nach einer kurzen Schilderung meines Anliegens wurde ich informiert, dass man keine Empfehlungen ausspreche, mich aber neutral über alle Lieferanten informieren könne, mit denen ein Vertrag bestehe. Dazu gehört auch Sanimed, aber auch die Firma »CORONA Medizintechnik Handels GmbH«. Die haben zwar eine erbärmliche Website, aber man kann die Telefonnummer erkennen. Und wie nicht schwer zu erraten: dort bekommt meine Tochter nun die erforderlichen Windeln, frei Haus, ohne weitere Zuzahlung als eben jene 10 Euro pro Monat, die immer fällig wären. Mal eben ein paar Hundert Euro im Jahr gespart.
»Volker Mohr ist der Herr der Zahlen« schreibt die Financial Times Deutschland im Dezember über den gegen Jahresende vorgelegten Qualitätsbericht 2006 (der die Daten aus 2005 berichtet). Er wisse, so der Redakteur Thomas Hommel, welche Klinik gut sei und welche nicht. Hätte Herr Hommel sich richtig informiert, zum Beispiel mal ein paar kritische Fragen gestellt bei der Pressekonferenz am 08.12. in Berlin, wüsste auch er, dass das nicht richtig ist. Die Daten sind sowas von verschlüsselt und anonymisiert, dass der Geschäftsführer der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH zwar mehr wissen mag als jeder andere, aber über die Kliniken und deren aktive Operateure muss er sich sein Urteil schon woanders bilden.
Die Landesstellen wachen eifersüchtigst darüber, dass ebenjener Dr. Mohr nur nicht zuviel erfährt. Sie betrachten sich als Inhaber der Daten, wollen davon sowenig wie möglich abgeben, gerade soviel, wie das Gesetz vorschreibt. Und das ist dann nicht viel. Jedenfalls erfährt Dr. Mohr zwar wie oft irgendein Unsinn gemacht oder irgendeine sinnvolle Maßnahme nicht gemacht wurde (immer aus der vorher getroffenen Auswahl von nur wenigen Eingriffen!), er erfährt auch in welchem Bundesland, aber wer, das erfährt er nicht. Und so kann er dem geneigten Publikum zwar erklären, was man wie machen sollte. Aber wer sich nicht an die Empfehlungen der Fachgruppen hält, das weiß er nicht. Schade eigentlich. Denn die Daten »könnten aber mehr sein: Wegweiser für jeden Patienten auf der Suche nach dem besten Haus.« Zur Zeit ist das Verfahren der Qualitätssicherung nicht mehr als eine stumpfe Spritze: verbesserungswürdig.
29 Jan
Über weitere Probleme beim Testen und Einführen berichtet die »Stationäre Aufnahme«. Während sich jetzt die ersten realistischen Kostenschätzungen bei 4-7 Milliarden Euro (statt der politisch gerechneten 1,4 Milliarden Euro) bewegen nehme ich seit 2 Jahren und immer noch Wetten an: nicht unter 8 Milliarden Euro. Dass technisch bereits alle Voraussetzungen vorliegen die Karte und dahinter stehende Server zu knacken bedarf keiner weiteren Kritik. Ob es dabei bleibt, dass der Patient entscheidet, wer an die Daten kommt, darf hingegen weiter bezweifelt werden. Am Wochenende wurden mir Pläne bekannt, dass Pflegepersonal in Krankenhäusern sich morgens einloggen soll mit Berechtigungsnachweis, dies dann bis Feierabend Zugang zu den Daten gewähren soll.
Nachdem sich die Lobby der Rettungsdienste durchgesetzt hat und dort also keine Kürzungen mehr greifen sollen sind nun auch die Krankenhäuser nur noch mit 50% der ursprünglich geplannten Kürzungen dabei: bei der Gesundheitsreform 2007. Wenn dort aber nicht gespart wird bedeutet das Mehrkosten für die Krankenkassen. Die werden das auf die Beiträge umlegen und damit die Lohnnebenkosten belasten. Und wer verantwortet das? Verantwortungslose Landespolitiker, die sich auf Kosten der Bundesregierung und aller Versicherten bei den Nutznießern ein Lob abholen wollen. Wer mag soll mal nachschauen, wer so Chef bei den Rettungsdiensten wird. Eine Namensgleichheit von abgesägten Kommunalpolitikern mit den Vorständen und Geschäftsführern ist nicht zufällig.
»Alle Lobbyisten setzen sich durch, nur die Versicherten zahlen die Zeche«, so Norbert Klusen, Vorstand der Techniker Krankenkasse. Trotzdem haben Berliner Kassenärzte versucht die Patientinnen und Patienten als Geiseln im Kampf um mehr Geld zu nehmen. Es ist zutiefst unanständig wie die Ärzte sich gegen notwendige und zumutbare Einsparungen wehren. Es wird Patienten nichts anderes übrig bleiben als das Gesundheitswesen gegen die Ärzte zu schützen. Jahrzehnte haben Ärzte bestimmt wo es langgeht, sie sind gescheitert und wir zahlen die Zeche.
26 Jan
«… während seiner Amtszeit wurden Produkte wie die T-Community, T-Home oder T-One gelauncht.» Was wäre das für ein schöner Nachruf. Isser abba nich. Bernd Kolb gründet wieder ein Unternehmen. Als ob I-D Media nicht gereicht hätte. «Hintergrund ist die Neuausrichtung des Privatkundengeschäfts der Telekom in Deutschland …» schreibt Werben&Verkaufen. Will die Telekom sich künftig mehr um ihre Kunden kümmern? Klingt ja fast so. Also auf dieser Seite vielleicht Neubeginn.
26 Jan
Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
24 Jan
In der Stadt Berlin hat es die zuständige staatliche Gewalt noch nicht aufgegeben ihr Gewaltmonopol zu vertreten, aufgegeben hat sie es anscheinend damit etwas sinnvolles anzufangen. Da werden Razzien durchgeführt, die bei hunderten von beteiligten Polizisten gerade mal zu zwei Festnahmen führen. Schlägereien mit Eisenstangen werden später dokumentiert. Und dann tauchen selbst in der Zeit (Blog) Argumente auf, die recht eindimensional ethnische (oder sind es rassistische?) Vorurteile bedienen statt zweifellos (maßgeblich) beteiligte soziale Gründe angemessen zu erwähnen. Dass ausgerechnet Jugendrichter über die Resignation der Opfer klagen: ja wer wendet das Gesetz denn in der jeweils mildest möglichen Form an? Aber gut, wenn Industriebosse geradezu regelmäßig verschont werden und wochenlang diskutiert werden muss, ob unsere (letzte) Bundesregierung es mit den Menschenrechten genau nimmt, muss dieses Mildephänomen auch für jugendliche Gewalttäter gelten. Muss es?
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