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Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt


Quelle: wdt, Natursonntag

Früh weckte die Sonne, kitzelte die Nase, ließ das Rot der Augenlieder langsam ins Bewusstsein dringen. Ein Tag ohne dienstliche Verpflichtungen, kein Seminar, kein Unterricht, und weil Montag noch für die restlichen Vorbereitungen einer sehr aktiven Woche reichen wird: Freizeit satt.

Mit dem Auto (Gabriel: verzeih’) gemütlich nach Potsdam, suchend durch die Stadt, Sans Souci ist sehr gut ausgeschildert und Tausende Touristen können nicht irren. Außerdem ist es eine ganze Weile her. Die meisten Statuen sind noch verpackt. Sie wären ja auch meist nackt dem Wind ausgesetzt. Die Zahl der Touristen schon erheblich, sie stehen fast immer im Bild. Gut, wir gehören dazu. Interessant die Sprachen der Führer zu hören: Russisch, Bulgarisch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die Windmühle anzusehen ist interessant. Dass sich Kinder vordrängeln ist auch in Ordnung, weniger in Ordnung ist das Vordrängeln der Eltern gleich mit. Eine Mühlentour durch Deutschland wäre auch mal eine lohnende Urlaubsreise.

Es ist Zeit für einen Wechsel des Orts. Nach Berlin zum Ku-Damm. Dort angekommen scheint uns das Wiederholen alter Ziele doch ein wenig langweilig. Ein Blogname brachte mich drauf: Klausenerplatz. Also dorthin, ein Rettungswagen versperrt dort den Weg vor der Kirche. Die Retter sehen aus: hoffentlich sind wir bewusstlos wenn uns mal die Feuerwehr besucht. Parkplätze gibt es in der Umgebung des Platzes eher weniger, wir haben Glück. Ein paar Fotos von Türen, ein wenig die Typografie der Geschäftsreklame bestaunt: 3-4 Schriften auf 2 Schildern sind kein Problem. Ein richtiger Schuhmacher, der keine Schlüssel aber dafür Schuhe nach Maß macht, lässt auf ein bürgerlich-wohlhabendes Publikum schließen. Reitstiefel macht er auch. Das Geschäft für Reitkleidung hat es aber wohl nicht geschafft. Viele Geschäfte stehen leer. Und nur eine Maklerfirma scheint sich das Revier gesichert zu haben. Die vielen Projektläden fallen uns auf: Bürgerprojekte, Straßenbüros, Verbände, eine Moschee, die türkischen Sozialdemokraten … ein Polizist in Uniform geht Streife. Berlin ist schön an sonnigen Sonntagen. (d5_1727.jpg)

Kapseln

Der Onkel Julius von Kelef, also der wusste noch was man wirklich braucht von dem ganzen Zeug, dass einem die Pharmakonzerne so andrehen wollen.

… meinen wohl die Auftraggeber von PatientView. Deshalb stecken sie so gerne unter den gleichen Decken wie neoliberale Pharmafürsten. Aber sie sind sich, was die Patienten angeht, nicht so ganz sicher. Deshalb fragen sie lieber noch einmal nach. Und wer ihnen antwortet spielt mit dem Feuer, in dem manch Kritiker die pharmaorientierte Selbsthilfe gerne (zu Recht) verbrennen würde.

Ich mache mir Sorgen über die Einfaltspinsel in den Reihen der Selbsthilfe, die einerseits völlig ehrenhaft jede persönliche Vorteilsnahme ablehnen, gleichzeitig die inhaltliche Unabhängigkeit der Selbsthilfe betonen aber Stellungnahmen für die Öffentlichkeit im vermeintlichen Interesse ihrer Mitglieder mit Pharmakonzernen abstimmen. Oder sich von denen alte Technik steuersparend spenden lassen. Oder sich von denen Seminare bezahlen lassen. Oder … was passiert eigentlich, wenn das alles mal ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird?

… gerecht zu sein? Eine Frau stellt Dir diese Frage. Sage mir, wer hat Dir die selbstherrliche Macht verliehen, mein Geschlecht zu unterdrücken?

Screenshot Pauli

Das Zitat von Olympe de Gouges steht im Kleingedruckten auf der webloggetarnten Werbehomepage der unerschrockenen Landrätin Gabriele von Fürth.

Ich überlege immer noch zu ihrer Motorradausfahrt nach Fürth … und ich frage mich natürlich nicht »wer«, vielmehr »ob«.

Soviel zum Weltfrauentag, wann immer der sein mag.

regierung virtuell

Ute Welty von der Tagesschau hat es nicht ganz verstanden, das mit der Lohnanteilsschranke. Und nicht nur, dass dieses Thema und die das verzapfende Dame in Herrenbegleitung eine Rolle in der Nachrichtensendung der ARD spielen darf, auch im Weblog macht das noch ein paar Zeilen her. Dass die Dame und die Herren noch an sich selbst und ihre Worthülsen glauben ist verwunderlich, liegt aber wohl sicher nicht zu geringem Anteil an der Aufmerksamkeit, die die Berufsgruppe der Erstgenannten der Letztgenannten zukommen lässt. Anders ist das jedenfalls alles zumindest mir wohl nicht mehr zu erklären. Oder rauchen Letztgenannte irgendwas Verbotenes, trinken gar Absynth mit der Gruppe der Erstgenannten?

Aufgeräumt

Heute mal schnell die Zahl der Links in meiner Blogroll reduziert. Soviel kann ich unmöglich lesen. Und ich will auch nicht nur virtuell leben. Jetzt also beschränkt aufs Wesentliche. Vielleicht wäre noch weniger noch mehr? Aber es macht einfach Spaß. Querformatige Bilder passen nicht wirklich in dieses Layout. Eine Änderung steht an. Vielleicht in den Osterferien.

Edit: Was ich heute kann besorgen geht genausogut auch morgen. Aber die kleinen Fummeleien am Layout haben Spaß gemacht. Und bei der Gelegenheit auch was gegen die Langeweile des immer gleichen Bildes oben unternommen. Jetzt Pyrenäen. Sehnsucht … aber Berlin im Sonnenschein ist auch nicht schlecht, ehrlich.

Max Mara - Coats im Kulturforum Berlin

Heute wieder einmal die Arbeit unterbrochen: was gibt’s denn so? Selten gibt so viele Sonderausstellungen an einem Tag. Die Zeitschrift der Staatlichen Museen Berlin ist da eine Hilfe und Verwirrung zugleich. Heute wurde zum Frauentag erklärt und deshalb Mode als Thema festgelegt. Im Kulturforum ist letztmalig die Sonderausstellung »coats« der itaienischen Mantelfirma Max Mara zu sehen. Mal abgesehen von der durchaus als dürftig zu bezeichnenden Beleuchtung nett anzuschauen. Vor allem die zahlreichen Modefotografien machen die Ausstellung spannend, natürlich auch die unterschiedlichen Modelle.

Im gleichen Haus an anderer Stelle befindet sich noch eine Weile die Ausstellung »Dior«. Auch hier wieder so eine schummrige Beleuchtung beeinträchtigend erlebt. Und ich werde alt: Mode von 1950 gefällt mir, würde ich absolut als elegant tragbar bezeichnen. Oder war Mode damals noch für mehr als eine Saison entworfen?

Donnerstags, 18-22.00 Uhr, werden in der Gemäldegalerie die Kunstwerke von Studenten erklärt. Es soll sich nicht um ausgiebige Führungen handeln, aber Fragen zu den Werken können gestellt werden. Muss ich mir mal ansehen.

Mannomann

Titelgraik Deutsch für Ausländer

Wer wählt wohl bei rororo solche Titelbilder aus? Analphabeten? Der Leserbeirat der BILD-Zeitung? Der Sturmtrupp Lichtenberg?
Oder ist das alles nicht nur gleich?
via

Fahne SchweizNun ja, möglich wär’s noch. Wohl eher nicht zwischen den Erzfreunden Frankreich und Deutschland, aber die Schweiz, dieser kleine unbeugsame Haufen Steine, hat schon noch eine richtige Armee. Und die kann es noch: einmarschieren.

Paragraphen

»What are the ten largest fines imposed by the Commission in cartel cases?« steht als Zwischenüberschrift vor einer illustren Aufzählung von Großunternehmen. Und weil Deutschland gut repräsentiert ist (ThyssenKrupp AG, Siemens AG, BASF AG), aber auch Chemie und Pharma (Hoffmann-La Roche AG, BASF AG, Solvay AG)weise ich gerne nach dort: Presserinfos der EU.

Es sind übrigens alles Aktiengesellschaften, nicht ein Familienunternehmen oder ein echtes unternehmergeführtes Unternehmen darunter. Die Chefs nennen sich zwar gerne Unternehmer, sind es aber nicht, und die Darstellung, dass es sich bei diesen AGs um »organisierte Verantwortungslosigkeit« handele, steht bestimmt unter Strafe.

ist aus meiner Sicht das neue Angebot von »topmedic.de« gute Kritiken zu Ärzten ins Netz zu stellen. Als ob eine qualifizierte Bewertung ärztlicher Leistungen durch Stammtischparolen möglich wäre … man fragt sich manchmal was die Anbieter solcher Dienste zwischen den Ohren mit sich herumtragen. Für wen topmedic so arbeitet habe ich vorsichtshalber erst gar nicht untersucht.

Wenn die o.a. Zeitung im Internet titelt es seien »Zwei neue Ursachen für Autismus gefunden« worden hat die Autorin schlampig recherchiert und die Redaktion ist ihrer Aufgabe korrekter Information nicht nachgekommen. Geradezu verantwortungslos wird verkürzt und fehlinterpretiert. Der Kommentar von Wasweissich rückt es gerade. Mir wäre das extrem peinlich. Aber Welt online ist sich für nix fies, oder?

Und damit meine Leser noch ein wenig besseren Stoff finden: Neue Zürcher Zeitung

Ghost

Ich bearbeite meine Verpflichtungen mit viel Unterstützung durch elektronische Helferlein. Seit ich mit einem Mac arbeite (warum habe ich vorher so viele Jahre mit Windows verschwendet?) suche ich die vielen kleinen Programme wieder zusammen, mit denen ich die Leistungsfähigkeit von Windows 2000 an die Grenzen führte. Jetzt teste ich gerade ein Programm (Ghost Action) auf seine Tauglichkeit: das Anlegen von Aufgaben (actions), das Zuordnen der Aufgaben zu Projekten (projects) und jene zu Zusammenhängen (contexts). Dazu die üblichen Prioritäten und den Kalender. Sehr schön die Synchronisierung mit iCal (das muss ich nur noch mal mit meinem Telefon synchronisieren). Nur ein weiterer (zum Scheitern verurteilter) Versuch eines Chaoten seinen übervollen Arbeitstag zu organisieren oder mehr?

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Bei einem Berlinaufenthalt kann ich einen Besuch im Museum an den Jebenstraße nur empfehlen. Großartige Ausstellungen aktuell, vielfältige Exponate auf Dauer. Da sind zu den außergewöhnlichen Aufnahmen des Meisters auch ein paar sensible Mitarbeiter gekommen, die von der Auswahl nicht überfordert scheinen. Sonntags vielleicht kurz vor Mittag hingehen, danach seltsam lange Schlangen an der Kasse. Und leider muss man sich nun auch mit Jahreskarten anstellen (nur wegen der altmodisch händischen Zählung).


Quelle: wdt

Neben einem WC-Center im neuen Bröckelbahnhof Berlin und einem McClean ebenfalls im Bahnhof Zoo macht diese seltsame Mischung wirklich Reiz aus: Brechreiz. Die Werbefuzzis scheinen überall gemeinsam mit den Heuschrecken den Inhalt durch die Form zu ersetzen. Ich bin da nicht puristisch, aber es geht mir doch langsam auf die Nerven.

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Kommentare

  • Svenja-and-the-City: Wow. Das ist ein unglaublich interessanter Satz, der mir sehr gefällt. Aber was ist mit all...
  • Günter Schütte: Mir scheint, das hat weder mit Apple noch was mit der Herstellerfirma sondern am ehesten mit der...
  • Waltraud Stevens-Hammers: Sehr geehrter Herr Fussek, meine Mutter ist jetzt 86 J alt und hat eine beginnede Demenz....
  • Balz, Hans: Sehr geehrter Herr Yogeshwar, bitte nehmen Sie zum Thema Kontakt mit mir auf! Mit freundlichen Grüßen...
  • Michael: Danke für Deine Anregungen, auch wenn ich inhaltlich (zumindestens teilweise) eine andere Meinung habe. Aber...

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