Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
14 Mrz
… und das auch noch ganz legal:
Begründen Sie Ihre Verordnungen?Die Software PWV zur Dokumentation der Plausibilität der wirtschaftlichen Verordnungsweise wurde von der Firma axaris in Zusammenarbeit mit der Takeda Pharma GmbH entwickelt.
Sparen Sie viel Zeit und Geld, indem Sie PWV zukünftig für die Begründung Ihrer Verordnungen verwenden. Durch vordefinierte Begründungstexte und logische Verknüpfungen ist das Begründen sehr einfach und schnell erledigt. Erstellen Sie danach Ihre Dokumente mit PWV, somit entfällt die zeitaufwendige schriftliche Begründung.
Ab 2006 sind die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, mindestens 2% aller niedergelassenen Ärzte zu überprüfen. Sie können sich mit PWV optimal absichern und so einer eventuellen Prüfung und möglicherweise entstehenden Regressforderung gelassen entgegensehen. Quelle
Wenn der verwerfliche Christoph Broelsch das schon gekannt hätte: automatisierte OP-Berichte, automatisierte Spendenaufrufe, was wäre ihm alles erspart geblieben?
Ohne Geld keine schnelle Krebs-Operation: Im Prozess um einen der größten Medizinskandale Deutschlands hat das Landgericht Essen den Star-Chirurgen Christoph Broelsch (65) zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht belangte ihn unter anderem wegen Nötigung und Betrug. Quelle
Und weil er alles erst und nur einräumte wenn es klein-klein bewiesen war, keinerlei Einsicht oder gar Reue zeigte, kam es nicht zu einer Bewährungsstrafe. Das Essener Gericht begründete ausführlich die Verwerflichkeit dieses Handelns. Ein gutes Urteil, das bei Revision verschärft werden könnte.
12 Mrz
Noch härter ging Laumann mit dem GBA ins Gericht. “Der Bundesausschuss ist eine Plage. Ich weiß nicht, wie lange man sich das noch angucken will.” Das Gremium sei mit Vertretern von Verbänden und Standesorganisationen der Ärzte, Kliniken und Krankenkassen besetzt und habe sonst keine Legitimation.
Es sei nicht akzeptabel, dass der Ausschuss Gesetze des Bundestages einfach nicht umsetze. Laumann verwies auf den Wunsch der Politik nach einer kleinräumigen Bedarfsplanung, um besser auf Versorgungsengpässe reagieren zu können. “Da ist immer noch nichts passiert.” Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum der GBA zwei Jahre gebraucht habe, um die Voraussetzungen für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung zu schaffen. Quelle
Das ist nicht der Ausschuss, das sind die Mitglieder, die man zur Zusammenarbeit zwingen wollte mit nicht ganz eisenharten Bedingungen und vor allem Sanktionen. Hätte die CDU mal den Patientenvertretern Stimmrecht gewährt, dann wär’ da Leben in der Bude. Aber da sind die alle Laumänner.
12 Mrz
„Dass der Arzt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung des Nutzens von Medikamenten spielt, halten auch wir für sinnvoll“, sagt Hans Wormann, Mitglied der Geschäftsführung von Janssen-Cilag. Er könne im Einzelfall am besten beurteilen, ob und wie sein Patient von einer Behandlung profitiere. Quelle
Zuerst einmal weiß der vor allem wie er selbst profitiert. Dann erst kommt der Patient. Das mag ja zwischen Ärztefunktionär und Arzt unterschiedlich sein, aber für wie naiv hält uns eigentlich dieser Drogenhersteller?
11 Mrz
Neben der reinen Information geht es auch darum, Vertrauen aufzubauen und Befürchtungen zu zerstreuen, wonach Telemedizinprojekte niedergelassenen Ärzten Patienten “stehlen” könnten. Quelle
Wenn Patientinnen und Patienten solche Mimosen wären wie Ärztinnen und Ärzte: das Geschrei wäre landauf und landab nicht auszuhalten. Was haben letztere für ein Glück, dass erstere so robust und lebenstauglich sind.
10 Mrz
Den Blog des Commonwealth Fund habe ich in der Seitenleiste aufgenommen, einen Artikel möchte ich an dieser Stelle aber noch mehr ins Zentrum stellen. Wenn mir ein intelligenter Amerikaner noch mal was von “Stalinismus” im Zusammenhang mit einer Gesetzlichen Krankenversicherung vorflötet … sind die denn alle bescheuert da drüben?
Eine Milliarde wollen die Kassen laut AOK Rheinland-Hamburg durch Kontrollen fehlerhaft hoher Krankenhausrechnungen pro Jahr eingespart haben. 50% der Rechnungen seien falsch. Die Krankenhausgesellschaft sieht das anders: nur 2,5% der Rechnungen würden vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung beanstandet. An der Summe meckert die NRW-Krankenhausgesellschaft nicht rum. Also mal nachrechnen: wenn die Krankenhausfürsten Recht haben und 2,5 von Hundert Rechnungen falsch sind, jährlich 4 Millionen Rechnungen erstellt werden, dann sind auf 100.000 Rechnungen 1.000.000.000 Euro zuviel berechnet, macht 10.000 zuviel auf jeder falschen Rechnung.
Also meine Meinung: man sollte sich die immer gut ansehen, das lohnt sich. Außerdem wieder ein Beleg: im Gesundheitssystem ist Dyskalkulie zuhause.
8 Mrz
Teuer, uneffektiv, mitunter gefährlich – das deutsche Gesundheitswesen steht am Pranger. Der Fehler steckt im System. Quelle
Der Lauterbach mal wieder. Da alle aufschreien scheint was dran zu sein. „Es werden komplizierteste Eingriffe in kleinen Krankenhäusern gemacht, die dafür überhaupt nicht ausgerüstet sind und nicht über ausreichende Erfahrung verfügen.“ Dass sowas nicht gern gehört wird und vor allem wenig dagegen getan wird liegt unter anderem am Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Dr. Rainer Hess. Der hat im August 2009 verhindert, dass endlich nur noch Häuser mit mindestens 36 Frühchengeburten diese auch künftig noch abrechnen dürfen. Einen illegalen Zustand hat er beendet, in dem er pro forma eine Mindestzahl von 14 einführen ließ. Dafür hatte er genügend Kenntnisse, zu einer wirksameren Entscheidung für die Qualität der Versorgung der Kleinsten der Kleinen fühlte er sich unfähig. Und natürlich ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen: die Partner der “Gemeinsamen Selbstverwaltung” sind sich seit Jahrzehnten so nah, dass es an den berühmten checks and balances schon lange fehlt.
Über Missbrauch von Behindertenparklätzen ist in “youtube” ein pfiffiger Bericht zu sehen.
Unbedingt ansehen, Spaß haben!
Ein Beitrag des Europa-Magazins:
http://mediathek.daserste.de/daserste/daserste/servlet/content/3860652
Für chronisch kranke und/oder behinderte Menschen liegt darin ein Stück Lebensqualität, für junge und gesunde Phobiker ist es natürlich bedrohlich. Und für Ärztinnen und Ärzte heißt es vor allem: hier könnte jemand mit mehr Ahnung in meine Behandlung gucken und feststellen, dass ich Mist baue/gebaut habe. Und so tun sie sich dagegen zusammen: die Gesunden und die Leistungserbringer. Dass dabei das Geld der Beitragszahler durch die Parkuhr des Medizinsystems rauscht wie Wasser einen Bergbach runter …
So gibt es bundesweit derzeit sechs HNO-Zentren, in denen sich ein “Remote Fitting des Hörsystems” von in Hannover behandelten CI-Patienten durchführen lässt, die dafür unter anderem eine elektronische Krankenakte erhalten. Der Erfolg von technisch aufwendigen Cochlea-Implantat-Systemen hänge entscheidend von der Nachversorgung ab, erklärt Büchner. “Wir hoffen, dass mit Telemedizin die Abbrecherquote bei den Höranpassungen reduziert wird”, ergänzt Dr. Andreas Tecklenburg, MHH-Vizepräsident und Vorstand für die Krankenversorgung. Müssten für einen Nachbehandlungstermin große Distanzen etwa per Auto zurückgelegt werden, leide häufig die “Patienten-Compliance”. “Wird Telemedizin genutzt, sind Menschen bereiter, mitzumachen.” Quelle
Da gibt unser System mal 60.000 aus und die Leute passen das nicht an, weil ihnen der Weg zu weit ist und nicht auch noch bezahlt wird? Manchmal greife ich mir an den Kopf.
Fast 253 Milliarden Euro wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2007 für Gesundheit in Deutschland ausgegeben. Zum Vergleich: Die Bundesregierung kalkuliert für das Haushaltsjahr 2010 mit Gesamteinnahmen des Staates in Höhe von 257 Milliarden Euro.
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