Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
18 Aug
Pflegeheime wollen mehrere tausend Demenzkranke für einen Job in den Arbeitsagenturen vermitteln.
Demenzkranke sollen Langzeitarbeitslose betreuen
So ist es richtig, machen Sie sich nur lustig über die traurige Truppe von Arbeitgebern und Gewerkschaften, machen Sie sich nur lustig, Sie, Sie, Sie Künstler, Sie!
the party is “united around a commitment to provide every American access to affordable, comprehensive health care.”
Health Blog : Changes Brewing on Capitol Hill for Health Insurance
Während wir in Deutschland krampf- bis krankhaft versuchen zu werden wie in den USA scheint dort Vernunft bei den politisch Handelnden anzukommen. Irgendwann werden wir uns auf dem Weg begegnen (wenn die Einreisebestimmungen für Vernunft nicht strenger gefasst werden).
Darum wundert es mich nicht, wenn meine westfälischen Kollegen und ich weiter mit spitzem Rotstift die Verordnungen im Schach halten. Wir wollen das Beste für unsere Patienten, aber auch selber ein solides Auskommen haben, Zehntausend Euro sind schnell ausgegeben, aber sie schmerzen stark, wenn man sie aus der Privatschatulle ersetzen muss!
Westfalen spart – aerztlichepraxis.de
Das ist mal eine erfreuliche Nachricht: die Hausärztin will weiter sparsam und wirtschaftlich mit dem Verordnungsrechht umgehen. Sie erläutert auch gleich die Gründe: sie meint zu haften wenn sie unwirtschaftlich verordnet. So hatte sich der Gesetzgeber das auch gedacht. Beim Umgang mit dem Geld der Versichertengemeinschaft ein wenig mehr Sorgfalt an den Tag legen ist Arztpflicht. Und Hinderte von Kollegen haben sich nicht daran gehalten, denen droht jetzt Ungemach. Bin mal gespannt wann der erste wirklich zahlen muss.
11 Aug
Der Burda-Masterplan ist so zukunftssicher wie eine McDonalds-Bude in Bagdad …
Die Sargnagelschmiede: Die Zeitung als Resterampe …
Der Kommentar ist einfach noch besser als der Beitrag selber. Tschuldigung.
11 Aug
… K. folgt auf M. M. (33), der als Senior Consultant zur Initiative Soziale Marktwirtschaft gewechselt ist. … Quelle
Wollen die mich verarschen? 33 und Senior Consultant? Das ist ja genauso seriös wie der ganze Verein, beidseits.
9 Aug
Allmählich wird es etwas eng auf dem Spielfeld der Arzneimittelprüfung.
Geballte Untersuchungsmacht | GesundheitsNachrichten Blog
Nicht wirklich. Eng wird es eher für die Pillendreher, die mit geballter Marketingmacht nutzloses Zeug von der Versichertengemeinschaft (über)teuer(t) bezahlt bekommen möchten. Jetzt wollen schon Krankenkassen mal prüfen. Und in Amerika sogar zusammen mit der FDA. Wenn dann die Selbsthilfe wieder schneller auf die Ergebnisse kommt als die Vertragsärzte: dann können klevere Selbsthelfer denen wieder erzählen was wirkt und was nicht. Diese Schlaumeier immer. Nervensägen halt.
Das Prüfverfahren selbst erfolgt neuerdings offensichtlich mit weniger ärztlichem Sachverstand. Die Wirtschaftlichkeitsprüfungen im Arznei- und Heilmittelbereich sind im SGB V geregelt. Danach ist aus der gemeinsamen Geschäftsstelle der Prüfgremien der Ärzte und Krankenkassen nunmehr die Prüfstelle der Ärzte und Krankenkassen entstanden.
Sächsischen Ärzten droht Insolvenz
Dem Allgemeinarzt auf dem Land macht die Meldung der Ärztekammer Sorgen. Seine Kollegen in Sachsen haben ohne ausreichende Begründung in erheblichem Umfang (man geht von weit mehr als 900 Mio. Euro in einem Jahr aus) Medikamente verschrieben. Jetzt sollen sie mit dem anderthalbfachen des Jahresumsatzes ihrer Praxis haften. Er sieht hier die Bemühungen um neue Ärzte konterkariert, denn dafür gebe man doch nun ziemlich überflüssig Geld aus.
Lassen wir mal die beiden ein wenig unsortiert vermischten Aspekte auch einzeln stehen. Zuerst die sinnvolle Maßnahme der Gewinnung neuer Ärzte, u.a. in Österreich. Wenn eine KV feststellt, dass es unter Berücksichtigung von Regelgrößen zuwenig Ärzte im Versorgungsgebiet gibt, dann muss sie handeln. Sonst verstößt sie gegen die Sicherstellungspflicht und ist „weg vom Fenster”. Es kostet übrigens nicht so viel.
Und jetzt das andere Thema: jahrzehntelang meinte jeder niedergelassene Arzt er habe ein Blankoscheckheft mit dem Verschreibungszettel. Das hat zu der Medizin geführt, in der viel verschrieben und wenig miteinander gesprochen wurde. Dann entwickelte jemand das Schlagwort von der „sprechenden Medizin” und verlangte … richtig: zuerst mal eine bessere Honorierung. Geschenkt, dass auch die Patientinnen und Patienten ihren Anteil daran hatten, ist immer mitgedacht. Aber deren Verantwortung ist eben wegen der Asymetrie der Kenntnisse gering anzusetzen.
Wo ist denn einmal der Regress unberechtigt verhängt worden? Ich kenne keinen einzigen Fall. Denn das Prüfgremium ist paritätisch besetzt. Und den darin sitzenden Ärzten wird man schwer den Vorwurf machen können, dass sie arztfremde Aspekte gewinnen lassen. Die Ärztekammern und die Kassenärztlichen Vereinigungen sind sich in letzter Zeit nach meiner Beobachtung aber nicht grün, um nicht gleich zu sagen: soviel Haß und erbärmlichen Umgang miteinander habe ich noch nirgends sonst erlebt, da ist der Dolchstoß gegen Heide Simonis noch Kinderkram gegen.
Das ärztliche System bedarf der Sortierung. Hausärzte und Fachärzte müssen die Gelder sortieren untereinander. Wenn sie es nicht können (wovon ich jetzt ausgehe) muss das eine legitimierte Instanz machen. Aus meiner Sicht die ungeliebte Politik oder eine von ihr neu einzusetzende Stelle. Und noch etwas: aus meiner Sicht gehören Patientenvertreter da stimmberechtigt ins Verfahren. Auch wenn den KVen das nicht passt. Denn eins ist sicher: Patientinnen und Patienten sind an guten medizinischen Leistungen interessiert. Und sie sind gelassen genug, dass sie wünschen, dass es auch ihren Ärztinnen und Ärzten gut geht. Aber Blanko-Scheckheft-Zeiten sind vorbei.
4 Aug
Witzig wenn man aus D kommt ist auch, dass man dem Patienten, wenn er nach Hause geht einen Brief mitgibt, der an ihn und die Angehörigen gerichtet ist, wo sie nochmals grob nachlesen können was los war; dementsprechend muss man es auch allgemein verständlich formulieren (Kurzfassung ungefähr so: Lieber Jan, du warst hier wegen Husten und Fieber. Im Röntgenbild und Blutuntersuchung fanden wir eine Lungenentzuendung, aber keinen Tumor. Wir haben dich mit Antibiotikum behandelt. Ein Rezept habe ich zur Apotheke geschickt, wo du die Medis abholen kannst. Du musst das Antibiotikum noch bis … weiternehmen. In 2 Wochen muss man dies oder jenes kontrollieren. Alles Gute, Dein Gunter)
Tja, das hatten die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss auch in Deutschland einführen wollen. Es ist grandios gescheitert. (An wem wohl? Fragen Sie mal bei Ihren eigenen Leuten nach!) Der Grund ist vielfach: das ist nicht nötig weil dem Patienten sowieso alles gut und verständlich erklärt wird. Das geht nicht, weil das unheimlich viel Arbeit macht so komplizierte Sachen verständlich zu erklären. Man müsste 15.000 weitere Ärzte zusätzlich einstellen. …
Manchmal habe ich die Standesvertreter nur noch satt. Witzig ist allenfalls, dass deren eigene Basis von Patienten immer genau das fordert, was deren Lobby dann ablehnt. Sind die alle irre?
Wofür haben wir eigentlich diese von uns bezahlte Institution, wenn sie zu feige ist, sich Vorwürfen zu stellen?“ Es gibt doch genug gute Antworten!
KV- Notdienst – aerztlichepraxis.de
Die Frau Dokta sollte wissen, dass es sich bei der KV jeglicher Liga um die Abteilung Monetik der Ärzteschaft handelt, sie sicher gutes Einkommen und wehrt jeglichen Fremdeinfluss ab. Mehr ist nicht. Da kann und darf sie nicht mit versagenden Ärzten in Berührung kommen, auch wenn es nur medial wäre. Denn die K(B)Ven sind sich in allen Gremien einig: es gibt keine versagenden Ärzte.
Eine aufgeklärte Gesellschaft braucht keine paternalistische Bevormundung durch den Staat.
Der Spiegelfechter » Blog Archive » Etappen- oder Pyrrhussieg für die Freiheit?
Nun ja, unsere Gesellschaft als aufgeklärte Gesellschaft wäre noch eine eigene Betrachtung wert. Aber ansonsten: Zustimmung. Gesundheitstotalitarismus ist schlicht das Letzte, was wir brauchen. Wenn ich mir die vielen verfetteten Gesetzgeber und den Arbeitsstil im Umfeld des Politikmachens so ansehe sind die auch die Letzten, die davon irgendeine Ahnung haben könnten, von Gesundheit, meine ich.
Wenn Innenminister Schäuble demonstrativ der Eröffnungsfeier in Peking fernbleibt und „lageangepasst“ plant, zehn Tage später anzureisen, so ist dies nur noch grotesk. Der Minister, der stets den Vorreiter gibt, wenn es darum geht, im eigenen Lande Freiheit gegen “Sicherheit” einzutauschen, gibt den integeren Bürgerrechtsverteidiger?
Eujeujeu, bin gespannt wen diese Partei in meinem Bezirk zur Wahl antreten lässt. Vielleicht erklärt dieser Innenminister ja auch noch seinen Rückzug aus der Politik bis zur Wahl? Es wäre dem Land zu wünschen. Obwohl die Veränderungen von Schily zu Schäuble nicht viel hoffen lassen: hier ist anscheinend ein Innenminister wie der andere (Innenminister).
Klaus-Uwe Benneter (Steglitz-Zehlendorf) zieht es ebenfalls wieder in den Bundestag
Unsichere Kandidaten : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv
Den hatte ich per Mail gefragt, ob er sich nicht an das vom Bundestag (worin er selbst saß) beschlossene Gesetz halten wolle und sein Einkommen offenlegen. Er schrieb mir recht unverschämt, er dächte nicht daran, außerdem werde ja vor dem Verfassungsgericht geklagt gegen das Gesetz. Und da habe ich mir vorgenommen: «raus bist Du». Und das mache ich dann jetzt auch: SPD für die nächste Bundestagswahl aus dem Rennen, der Kandidat passt mir nicht. Jetzt sind es nur noch wieviel?
„Ich freue mich, dass sich außerdem mittlerweile 100 Praxen freiwillig haben zertifizieren lassen“, erklärte Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Als 100. Praxis erhielt heute eine radiologische Gemeinschaftspraxis im Hamburger Stadtteil Hoheluft eine QEP®-Zertifizierungsurkunde.
…
Nach dem „Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ sind niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, ein Qualitätsmanagement-System einzuführen. Eine Zertifizierung ist nicht zwingend vorgesehen und erfolgt auf freiwilliger Basis. Die KBV rät den Praxen jedoch dazu.
KBV – Pressemitteilungen – Rundes Jubiläum: 100. Praxiszertifizierung erfolgt
Ja, wenn sich einer von tausend Ärzten freiwillig der Qualitätsanforderung stellt ist das wirklich einen Cognac wert. Prost, Herr Dr. Köhler. Sie haben da schon einen tollen Laden. Und so ein bissiges Gesetz, das bewirkt schon was, so zwischen Liechtenstein und Holstein.
31 Jul
Das Verfassungsgericht hält so manches Gesetz für unvereinbar mit dem Grundgesetz. Jetzt hat es die so genannten Nichtraucherschutzgesetze angegriffen. Und womit? Mit Recht. (Der Kalauer musste hier sein.)
Die immer wieder gerne angeführte Statistik von den Toten durch Passivrauchen würde ich gerne einmal wirklich finden und dann auch noch einer klitzekleinen Überprüfung unterziehen. Meist ist das einfach nur mal dahergequatscht.
Parlamentarierkritik wird durch Wiederholung bei so ziemlich jedem Gesetz, das nicht funktioniert (warum auch immer) nicht besser. Sie belegt nur, dass der und die Kritiker noch nie ein Gesetzgebungsverfahren begriffen haben oder die dabei gemachten Beobachtungen vorsätzlich verschweigen.
Ich bin froh nicht mehr zu rauchen. Aber ich möchte nicht, dass jemand anders meine Verhaltensweise anderen Menschen vorschreibt. Und der Staat, gerade der, sollte bis zur Aufhebung der Tabaksteuer erst mal völlig und ganz den „Spruch vom Fressehalten” anwenden (auf sich selbst). Erst finanziert er damit den Kampf gegen den Terror und dann will er auch noch den Zeigefinger. Also scheinheiliger geht’s ja wohl nicht.
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