Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
19 Jul
Peter Littmann, Chef der Markenagentur Brandinsider, zum Start der Telekom-Billigmarke Congster:
«Es sei grundsätzlich problematisch, mit einer Tochtermarke eine lahmende Hauptmarke stützen zu wollen. Da auch T-Home schon als serviceschwach wahrgenommen werde, sei es kaum möglich, sich mit Congstar durch noch weniger Service zu differenzieren.»
«Serviceschwach» ist ein feines Wort für das, was ich von dem Rosa Riesen halte, und wenn ein anderer Marktbeobachter meint, die Billigmarke führe zu Kannibalismus in der Branche: von mir aus gerne. Mögen sich die Sternchen- und Kleindruck-Marketing-Halunken doch gegenseitig auffressen, am besten nehmen sie die Unternehmensberater und Heuschrecken gleich noch mit. So leisteten sie dem Land im Untergang noch einen guten Dienst.
17 Jul
Am 20.06. habe ich versucht die mir von Dr. V. angegebenen Amtsträger der Bezirksverwaltung zu erreichen. Es müssen eine ganze Menge Anträge gestellt werden wenn ein junger behinderter Mensch die Schule verlässt und zu seinen Eltern nach Berlin kommt. Geklingelt bis die Telekom abbrach, alles vergebens. Dann die Zentrale der Bezirksverwaltung angerufen: nö, im Sozialamt arbeiten die nicht, bis 02. Juli. Stimmt natürlich nicht, das habe ich gestern von Gruppenleiter K. erfahren. Man ist lediglich für die Bürger nicht da. Man arbeitet nämlich auf was liegen blieb. Ach ja, gestern hingegangen: um 09.00 Uhr traf ich in der 9. Etage ein. Herr K. noch nicht da. Zwei Kolleginnen unterhielten sich, eine der beiden stopfte ein Brötchen nach dem anderen in sich. 09.58 Uhr kam Gruppenleiter K., ging grußlos an mir vorbei zu den Damen, die ließen sich nur zu einer Bemerkung über die Hitze ablenken, dann ging das Geratsche weiter. Er betrat sein Zimmer, da ich auf ihn zuging mit der Bemerkung, dass ich noch warten müsse. Und als ich dann wenige Minuten später aufgerufen wurde, war er natürlich nicht zuständig und kennt auch keinen Dr. V. der das behauptet hatte. Aber er sagte mir den Namen der nach seiner Meinung zuständigen Kollegin und deren Zimmernummer, verbunden mit dem Hinweis, dass die keine Sprechzeiten hätte (nur damit ich nicht enttäuscht sei). Meine Bemerkung über die Ineffizienz dieser Behörde sparte ich mir und machte mich auf den Weg. Die beiden Kolleginnen … Sie ahnen es (vor meinem Kommen begonnen, nach meinem Weggehen noch dabei, wie kann man nur soviel quatschen?).
Frau L. war ausnehmend freundlich, hilfsbereit trotz Nichtsprechzeit, aber leider nicht zuständig. Sie fand für mich zwei Kollegen heraus, die seien zuständig, aber Sprechzeit … deshalb rief sie da mal schnell an, kündigte mich an, bat darum mir zu helfen.
Herr W. gab mir dann auch sofort das Antragsformular, handschriftlich teilweise aktualisiert. In dessen Büro sieht es nach Arbeit aus. Dann rief er für mich noch Herrn S. an, damit der mir die Türe öffnen könne, denn die ist zum Schutz vor unbotmäßig vorsprechenden Bürgern außerhalb der Sprechzeiten verschlossen.
Herr S. gab mir im Flur den zweiten Antrag. Gleichzeitig erläuterte er mir, warum er doch nicht zuständig sei, vielmehr ich zuerst mal für meine knapp 20jährige Tochter einen Bescheid des Rentenversicherungsträgers benötige. Wenn ich den nicht hätte sei das Job-Center zuständig. Er hat sich extra noch mal für mich erkundigt: bei Geistigbehinderten wäre das anders, aber Taubblinde … Blinde könnten schließlich auch arbeiten, da brauche es den Bescheid über die Erwerbsunfähigkeit. Die 100% auf dem Behindertenausweis sind nur Tarnung, die reichen einem Amt noch für nix.
Mit den beiden Formularen zog ich fröhlich davon: kaum jemand ist zuständig, sechs Leute getroffen, drei davon bei sichtbarer Arbeit. Vielleicht erklärt sich so die Lage der ehemals geteilten Stadt: die Arbeitsquote im Bezirksamt ist zu niedrig, die Hälfte der Leute hält ein weiteres Drittel durch Geschwätz von der Arbeit ab? Unfassbar. In Deutschland geht das übrigens anders: ein Bürgeramt hält alle Formulare (Ausnahme KFZ-Zulassungen und Standesamt) bereit samt hervorragenden Mitarbeitern, die im Umgang mit den Bürgern extra geschult sind. Unzuständig gibt es da nicht mehr.
22 Mai
Ob die gemerkt haben, dass ich seit einiger Zeit nicht mehr bei ihnen buche? Ich wollte mich nicht nur von meinem Ärger leiten lassen und habe die Preise verglichen: die Kranichlinie ist einfach oft günstiger. Und deshalb bleibt es dabei: ein Schokoladenherz ist süß aber keine Grundlage für eine gute Geschäftsbeziehung. Außerdem habe ich jetzt ein Ganglion auf der Kniescheibe, da sind enge Sitzreihen medizinisch ganz besonders unangeraten. Ich beziehe von keiner Airline Geld und besitze auch keine Aktien.
20 Mai
… was ihren Service und ihre Zuverlässigkeit angeht. Ich habe den Verdacht, dass die Fluglinien mit dem bescheidenen Service da irgendwie dran beteiligt sind: je schlechter die Bahn desto leichter den miesesten Service den wo’s gibt in der Luft zu verkaufen, oder? Und das Bundesreisekostengesetz machen dann so Figuren wie die Grüne Fachhoschulstudentin seit 6 Jahren mit Zeit ohne Ende? Kein Wunder, dass Heiner G. bei Attac beigetreten ist, nur seltsam, dass es nicht gleich bei seiner Partei austritt. Wohl, weil er an den meisten Entwicklungen ja als Abgeordneter und Minister in diesem Land eifrig mitgewirkt hat.
10 Mai

Nachdem ich bereits zweimal meinem Ärger über viel zu eng montierte Sitzreihen, dadurch Knieschmerzen, verspätete Startzeiten, dadurch Hetze zu Terminen, Luft gemacht und als Konsequenz die Kranichlinie gebucht habe gab es heute wieder einen ehrlichen und offenen Vergleich: am 16.05. muss ich zu einem Termin in Düsseldorf. Auf den Buchungsseiten beider Linien gesucht (warum hat die Ärgerline nicht das wesentlich angenehmere Buchungslayout der ehemaligen dba übernommen, das war besser als beim Kranich?) und die Preise verglichen. Überraschung? Ja, doch, schon. Der Kranich ist ca. 100 Euro billiger als sein Konkurrent. Also selbst wenn es zwei grün-rote Schokoladenherzen nun nicht gibt, 50 Euro das Stück sind sie auch einfach nicht wert. Natürlich: auf die Kostüme von Jette Joop verzichten zu müssen … man kann nicht alles haben.
6 Mai

Meine Einstellung zu meiner Schokoladenherzliniennachfolgerin habe ich ja schon öffentlich gemacht. Nun hatte ich die wahnwitzige Idee dem Ärger durch das Benutzen der PlatzhirschKranichlinie entgehen zu können. Freitag erstmals dort gebucht. Von Berlin nach Köln ging es ja noch, ein wenig mehr Platz, sonst nichts, was mich gerne Vielflieger sein lässt. Aber 13:50 von Köln nach Berlin ging nicht. Irgendwas war kaputt. Und der Chef am Schalter: «Ehe wir auf Air Berlin gehen gibt es ein Taxi nach Düsseldorf.» So war es dann auch. Zwei Stunden später wartete ich dann 20 Minuten auf den Abflug. Von wegen: Zuverlässigkeit. Schlag ins Wasser in der Beziehung. Morgen versuche ich es noch einmal mit dem Kranich. Aber soviel ist klar: dort werde ich mir die Fehler nicht so lange antun wie bei Ärgerline, da wechsele ich dann früher weiter. Und ob ich nicht doch auf ein Individualverkehrsmittel mit wesentlich schlechterer Ökobilanz umsteige hängt jetzt davon ab.
27 Apr

Nach über einer Woche Sitzungen unterwegs bin ich heute fast angekommen: nur noch 181 unerledigte und 113 ungelesene Mails in meinen Postfächern. Sollte ich allen Absendern eine Antwort schicken, dass mich das schöne Wetter mehr lockt? Die Blognotiz soll bitte als solche verstanden werden.
Unklar bleibt, dass eines meiner Postfächer in Apples Mail.app bei mir jetzt zickt: ich kann löschen oder verschieben, die Nachrichten kommen dann auch dort, aber sie bleiben auch (hellgrau im Programm zu sehen) noch im Postfach stehen. Wenn ich dann an entsprechender Stelle der Library nachsehe: ja, da sind die Dateien auch noch. Ich kann sie jetzt aber manuell löschen (im Finder). Wenn ich danach das Postfach wiederherstelle ist es befreit. Aber was soll das? Warum ist das so? Was kann ich tun? Denn ein Postfach immer manuell löschen zu müssen ist aus meiner Sicht störend. Für die Windows-Nutzer: auch Mac-Nutzer haben Probleme. Nur Abstürze, die kenne ich nicht mehr.
26 Apr
Das also meinte der Geschäftsführer Joachim Hunold von der Air Berlin (bei mir im Haus auch “Ärgerline” genannt und heute erstmalig durch eine teurere Bahnreise ersetzt) in seinem Schreiben im März: sieht aus wie von vor 40 Jahren. Ist aber ganz supi-dupi-toll. Und er hat recht: ich freu’ mich ja so!
23 Apr
Über die ausgesprochen reichliche Beinfreiheit bei der Ärgerline habe ich schon berichtet. Bei Benutzung von Hamburg International als Operator des Fluges lässt sich das noch übertreffen: ich habe stundenlang noch Schmerzen in den Knien. Wer schreibt eigentlich mal eine europäische Richtlinie gegen solche Quälereien?
Bei Ringfahndung entwickelt ein Benutzer «Obsessionen» beim Thema Air Berlin. Ich kann das verstehen. Heute habe ich Konsequenzen gezogen und einen Termin bei Lufthansa gebucht. Aber was für eine Prozedur im Web. Und die Rechnung soll ich mir extra runterladen mit nochmaligem Eingeben meiner Kartennummer und des Passworts (an das ich mich ohne den Speicher meines Browsers für solche Dinge schon lange nicht mehr erinnern kann). Das verkaufen die auch noch als tolle Leistung. Haben die Airliner alle zuviel Kerosin geschnüffelt oder hat denen jemand … ich will es nicht denken.
Aber wie schrieb mir Joachim Hunold, der CEO* dieses Ladens: «Und das Schönste zum Schluss: Neben der einheitlichen Kabine ab dem 1. Mai 2007 gibt es auch einheitliche Uniformen unserer Bord-Crews** – created by*** Jette Joop.»
* Geschäftsführer
** Kabinenbesatzungen
*** Geschneidert von
13 Apr
«Rekordhalter im Privatsurfen waren die Bezirksamtsmitarbeiter aus Steglitz-Zehlendorf, deren Klicks im Netz in fast zwei Dritteln der Fälle (64 Prozent) privater Natur waren. Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) räumte dies gestern auch sofort ein: “Die Vorwürfe waren gerechtfertigt.”» So schreibt der Tagesspiegel via.
Aber der Chef meint, dass das nicht so schlimm sei. Und außerdem habe man das sofort verboten. Und was verboten ist, da kenne ich die Bezirksverwaltung Steglitz-Zehlendorf für, das wird auch nie nicht mehr getan.
Die halten mich wohl für total bescheuert? Oder sind sie’s etwa selber? Ich kann mich beim Werten nicht entscheiden.
12 Apr
Airberlin, die Gesellschaft, die nicht gerne als Billigflieger bezeichnet werden will, hat ihren Umsatz erhöht und strebt weitere Optimierung an. Wer jemals mit ihr flog weiß auch wie das gehen kann: Sitze einfach noch etwas enger montieren lassen (im Bild in der 737-300), weitere Sitze reinbauen, mehr Passagiere zusammen zwängen.
Auch kleingewachsene Nachbarn hatten es nicht besser, nur dass deren Beine nicht in den Gang ragen können. Das führt öfter zur näheren Bekanntschaft mit den stählernen Wagen, in denen lauter verdächtige Nahrungsmittel durch die Reihen geschoben werden. Auf die zu verzichten geht wohl nicht?
Ich plädiere für die Höchststrafe gegen die Vorstandsmitglieder solcher Fluggesellschaften: einbuchen in Berlin-Tegel, als erster kommen müssen und als letzter die Bordkarte in Empfang nehmen dürfen (nach den 200 anderen Leuten in der Schlange vor den einzigen beiden Schaltern), dann dreimal Weltumrundung in Reihe 17, Gangplatz (und alle anderen Plätze mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des mittleren Managements besetzt!).
Danach Krankenhausbehandlung auf eigene Kosten, sind ja im wahrsten Sinn des Wortes: selber schuld.
Wenn Politikerinnen glauben sollten ich flöge gerne: Irrtum. Unter solchen Bedingungen ist das Halten von Hühnern oder Hunden mit Sicherheit verboten. Egal ob es eine Hühnerstallverordnung gibt und sie im Flugbetrieb überhaupt gelten sollte.
3 Apr
So schön gelaufen heute: ein Dutzend Datenbanken gesichert, auf einen anderen Server gespielt, auf neue MySQL-Version umgestellt, alte Datenleichen entsorgt, zurück gespielt und nun das: keine korrekten Äs, Ös und Üs, weder groß noch klein. So ein Ärger. UTF-8 ist auch nicht was mal versprochen war.
24 Feb
Bei der Frage der Anwälte für Kinder spielen sie eine wichtige Rolle: Jugendämter. Ob sie ihren Aufgaben immer gerecht werden darf bezweifelt werden. Sie halten sich schon mal für kompetenter als ein Bundesgericht, auf jeden Fall scheinen sie einflussreicher. Und dabei scheren sie sich nicht immer ums Recht, weder der Kinder, noch der Eltern. Feine Anwälte das. In Berlin sind diese Ämter bei den Bezirksverwaltungen angesiedelt. Wieder mal ein Grund deren Abschaffung zu fordern.
21 Feb

In keinem anderen Bereich des öffentlichen Haushalts sei so radikal gespart worden wie bei der Kinder- und Jugendhilfe. Das wirft die Grünen-Fraktion dem rot-roten Senat in Berlin vor. Nachdem er in den vergangenen Jahren 160 Millionen Euro gespart habe will der nämlich nun mit 1,1 Millionen Euro ein Nothilfe-Netzwerk ausstatten. Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass monatlich neue Fälle von Verwahrlosung und Vernachlässigung medial zur Kenntnis genommen werden. Berliner Behörden arbeiten bisher auch eher gegen- als miteinander in dem Bereich. Ob die Belange des Datenschutzes gewahrt bleiben wenn Gesundheitsdaten an Jugendämter weiter gegeben werden bleibt offen. Aber wen interessiert heute noch Datenschutz? Und ob Ämter in einer Berliner Bezirksverwaltung überhaupt personell geeignet sind? Ich bezweifle es nach eigenem Erleben eher.
21 Feb

Ich bin es leid! Wenn der Besuch des Technikers am Freitag nicht auf der Stelle problemloses Funktionieren einleutet: Kündigung. Ich zahle doch nicht für grottenschlechten Service und Ärger darüber. Allein http://www.t-com.de/stoerung ist ein schlechter Scherz: ohne führende Null bei der Vorwahl kein “Weiter”. Aber genau die Null wird bei jedem Weiter erst mal geschluckt und führt dann zu dem Hinweis, man möge doch mal endlich korrekt die Null … Pappnasen!![]()
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