Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
2 Jul
Laut Untersuchung werden 77 Prozent der Ärzte mindestens einmal die Woche von Pharmavertretern besucht. 76 Prozent der Ärzte gehen davon aus, dass die Vertreter sie immer oder häufig beeinflussen wollen, doch halten sich nur sechs Prozent für häufig oder immer beeinflussbar. Allerdings trauen 21 Prozent eine derartige Beeinflussbarkeit ihren Berufskollegen zu. Fast jeder zweite Mediziner steht laut Studie bei der Arzneimittelindustrie auf der Honorarliste, und zwar für Anwendungsbeobachtungen, gewöhnlich mit einem Verdienst von 1.000 bis 2.000 Euro pro Jahr. Quelle
Andere Ärzte werden mehr als dreimal so häufig für manipulierbar gehalten, von eigenen Kollegen. Auf diesem Humus muss der Pharmamarkt gedeihen.
2 Jul
Damit die Arzteinkommen weiter jährlich 10prozentige Steigerungen aufweisen können müssen die Bürger natürlich wieder mal mehr zahlen.
Aus Sicht der CSU bleibe es dabei, dass die Lohnnebenkosten nicht weiter steigen dürften. Aber auch bei den Arbeitnehmern habe “der Anstieg der Zusatzkosten Grenzen”. Quelle
Damit ist es dann auch gesagt: der CSU geht es um nicht weniger als einen weiteren Griff ausschließlich in die Taschen der für Geld arbeitenden Bevölkerung. Dabei teilt sie sich die Aufgabe mit der CDU: die soll dann verhindern, dass Sozialhilfeempfänger mehr zahlen und die Last somit ausschließlich bei denen aufschlägt, die sich krummbuckeln. Denn wo die Grenzen liegen sollen sagt die CSU natürlich nicht.
Und die Kassen? Denen ist es doch egal. Fordern die Ärzte mehr fordern sie halt auch mehr. Es ist ja nicht ihr Geld.
26 Jun
Unfreundlich und inkompetent mit dämlichen Anweisungen rechthaberisch am sogenannten “Service”telefon (09:39). Wenn sie wenigstens ihren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen würden, dann brauchte man nicht mit ihnen den Kontakt aufzunehmen. Aber Unzuverlässigkeit den Kunden gegenüber wird später dann sowieso nur an den Mitarbeitern gerächt, die Bossinnen und Bosse gehen bestenfalls mit riesigen Abfindungen.
“Kopf an: Motor aus!”, man müsste es nur mal tun.
24 Jun
Zwei – dem Augenschein nach aus Bonn angereiste – Telekom-Manager in den Fünfzigern interessieren sich nicht im Ansatz für die grauenvolle Organisation und beglückwünschen sich selbst für den Abend. Quelle
Nur gut, dass ich mich beherrschen konnte. Die beschnittene Möglichkeit zum teuren iPhone-Tarif eine zweite SIM-Karte für Internetzugang mit dem Laptop zu erwerben bedeutet zusätzliche Kosten von über 480 Euro auf die Laufzeit gerechnet. Dafür bekomme ich schon einen ganzen Laptop.
21 Jun
Allein im vergangenen Jahr waren die GKV-Honorare an der Saar durchschnittlich um mehr als zehn Prozent gestiegen. Quelle
Aber im Jammern und Meckern sind sie noch besser als die Einkommen hoch sind. Wenn es nicht die Schweigsamen unter ihnen gäbe, die einfach gute Arbeit machen und nach Feierabend ihre Ruhe haben wollen, es wäre nicht auszuhalten.
21 Jun
Wenn Ärztinnen und Ärzte ausfällig werden, ordinären Sprachgebrauch pflegen, bin ich manchmal noch überrascht. Wenn dann in dem Zusammenhang die Freie Ärzteschaft auftaucht erklärt mir das viel.
Ich schreib ja schon lang über diesen Krankheitskarten Kontrollwahn, das Krankenverunsicherungswesen etc. Und verstehe nicht, daß nicht ALLE Versicherten auf die Barrikaden gehen. Die staatliche Datenkrake im Bundeskasperlamt versucht immer wieder, unsere Freiheit, Menschenrechte und die Demokratie zu unterminieren mit ihrem Überwachungswahnsinn. Politik in Täuschland ist ein menschenverachtendes Geschäft, wie es scheint. Drum steh ich dorten auch nicht zur Verfügung. (Frau Dokter)
Wenn man sich das nur mal klar macht: da nutzen Ärztinnen und Ärzte jede Lücke im System gegen eine Leistungs- und Qualitätstransparenz aus, da wird im System betrogen und gelogen, dass sich die Balken biegen, und da stellen sich ein paar radikale Nutznießer des von ihnen (bis fast an die Wand) gesteuerten Systems hin und wollen die Interessen derer sabotieren, die den ganzen Laden bezahlen. Wenn endlich einmal beendet wird, dass sich Schmarotzer aus dem Honigtopf nehmen können soviel sie wollen und die Konsequenz immer nur ist, dass wir Versicherte den Honig nachfüllen müssen (dem Vernehmen nach werden wir auch jetzt wieder 7 Milliarden auf die eine oder andere Weise zuschießen damit die Zweitkarre von Tante Dokter bezahlt werden kann), dann ist das eine gute und längst überfällige Sache.
Wir sitzen in einem Boot, Versicherte, Kassen und Ärzte. Letztgenannte eindeutig auf dem Sonnendeck. Da wird es Zeit, dass wir anderen mal die Ruder einziehen, jedenfalls einen Schlag langsamer rudern.
20 Jun
Der Bundesverband der Eltern frühgeborener Kinder informiert.
18 Jun
Quelle flickr.
Eine gute Entscheidung im Gemeinsamen Bundesausschuss: künftig werden nur noch Abteilungen der Neonatologie Frühchen unter 1250 gr Geburtsgewicht behandeln würfen, die davon mindestens 30 im Jahr behandelt haben. Wer diese “Mindestmenge” genannte Zahl unterschreitet darf nicht mehr abrechnen. Damit sind wir auf dem Weg Portugal oder Norwegen zu folgen, wo es im Ergebnis eine niedrigere Sterblichkeit bei so leichten Frühgeborenen gibt.
Jetzt werden die Krankenhäuser zu den Ministerien laufen und weinen, dass ihre doch so gute Arbeit nichts mit Mengen zu tun hätte und die armen Eltern nun eventuell weiter fahren müssten. Alles Quatsch. Wenn Eltern mit ein paar Kilometern mehr das Leben ihrer Kinder retten können, dann tun sie das gerne. Sie werden nur bisher meist nicht über die Realitäten aufgeklärt.
Ein unerwartet guter Beschluss.
14 Jun
Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung hat sich einmal ausgedacht wie Informationen wirken (können) und ein paar Fragen angeboten.
Weniger als ein Drittel der von Gigerenzer befragten Mediziner konnte Aufgaben dieser Art richtig lösen, wenn die Zahlenangaben in Form von Wahrscheinlichkeiten gegeben wurden.
Und hier geht es weiter.
10 Jun
Quelle flickr.
Auch durch Wiederholungen werden die falschen Angaben des Vereins AKIK nicht richtiger: niemand will oder wird mit einem Beschluss im G-BA Krankenhäuser schädigen. Übrigens stellen die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss auch einen Antrag zur Problematik der Versorgung extrem unreifer Frühgeborener (und nur um die geht es, also unter 1250gr Geburtsgewicht!) durch unerfahrene Behandler. Es ist nicht akzeptabel, dass Hunderte von Kindern seit Jahren sterben und noch mehr Kinder dauerhaft geschädigt leben müssen, nur weil wir in Deutschland, anders als Portugal oder die Nordic-Countries, mit Unsinnsargumenten an der Versorgung durch zu wenig geübte Behandler festhalten.
6 Jun
Quelle flickr.
zwischen den Überlegungen wie denn die unbeschränkte und unveränderte Existenz der privaten Arztpraxis, dieser Mischung aus Pflichterfüllung an der Volksgesundheit und Kommerz, zwischen Kollektivvertrag und IGEL, zwischen Wohltätigkeit und Privatgewinn zu rechtfertigen sein könnte oder ob doch irgendwie ein wenig gesteuert werden müsste bei der deutlich sichtbaren Schieflage des Gesundheitssystems.
Natürlich zurück zu weisen war der Vorwurf mangelnder Patientenorientierung des Systems. Da können soviel Zeugen auftreten wie wollen, das nehmen Ärztinnen und Ärzte einfach mal nicht wahr.
Unübersehbar aber, dass auch die Gutmenschen nicht wussten, wie man Patientinnen und Patienten selbst beteiligt. Berufen zur Vertretung dieser Perspektive waren vom Juristen bis zum Pfarrer wieder mal alle, die ja irgendwie auch selbst Patienten sind oder werden könnten oder eine Frau haben die mal …
Und letztlich: niemand weiß wirklich wohin es gehen soll, selbst bei der Definition von Gesundheit oder auch nur dem Ziel einer Versorgung auf Kosten der Versichertengemeinschaft gibt es keine Einigkeit.
Also weiter so, oder?
So schön die Umgebung war, so unzulänglich die Tagung. Eine Evaluation gab es vorsichtshalber nicht.
31 Mai
Wenn man sich einmal mit einem Haus Netslé beschäftigt bekommt man gleich noch Hinweise auf andere Geschäfte, die an Verwerflichkeit der beanstandeten Werbung für Zuckerbomben als Gesundheitsprodukte nicht nachstehen.
Ihre Tochter, die Björn-Steiger Stiftung Service GmbH, geriet in die Hände der Allianz Versicherung und die ist nicht wirklich gemeinnützig. Das Geldhaus will nun mit der Lebensrettung per Handyortung auch noch ein paar Euros verdienen. Quelle
Schade, bei mir wird mit dem bisher guten Namen der Familie nun auch wegen eines augenscheinlich übereifrigen Finanzbeamten ein Gschmäckle verbunden. Einen ersten Schaden nahm der Name bei mir wegen der unseeligen Initiative für Babynotarztwagen zum Transport von Frühchen. Für diesen Zweck sind sie nämlich kontraproduktiv, statt einer Zentralisierung der Betreuung von Schwangeren bei drohender Frühgeburt wirken sie für die Angebote der verbunden Leistungen in kleinen und ungeeigneten Abteilungen im ganzen Land. Deshalb haben wir eine höhere Frühchensterblichkeit als Portugal.
Die Allianz hingegen konnte und kann mich nicht enttäuschen.
30 Mai
Da sind sie wieder, unsere Freunde der leichten Nahrungsmittelindustrie, die uns nur gesundes Essen bedarfsgerecht anbieten wollen: diesmal mit “Fitness Fruits”, die bei normalem Gebrauch besser “Fettness Fruits” heißen sollten. Details
Nestlé, das ist doch der Konzern, der sich besonders um die Lebenschancen von Kindern mit Behinderungen verdient gemacht hat, da war doch mal was:
Wir haben mittlerweile provozierend gesagt, einen gewissen Prozentsatz an Wohlstandsmüll in unserer Gesellschaft.
Dass so einer einen Preis der Konrad-Adenauer-Gesellschaft, Stiftungskassse der CDU, bekommen hat darf nicht verwundern. Dass es ein Preis ausgerechnet für “soziale” Marktwirtschaft gewesen ist wäre eine Meldung in der titanic wert.
26 Mai
Da ich in dem Ruf stehe dauernd über Ärzte zu schimpfen hier mal ein Hinweis auf deren Kenntnisse zu Telematik (man erinnere sich, sie wollen keine Gesundheitskarte):
33 Prozent der befragten Ärzte konnten nichts mit dem Begriff Versicherten- stammdatendienst (VSDD) anfangen. Auch unter einem Notfalldatensatz könnten sich 28 Prozent der Ärzte nichts vorstellen. 14 Prozent der Ärzte hätten keine Ahnung, was der Heilberufeausweis (HBA) leisten soll. Quelle
Ich war es nicht, ich habe nur zitiert. Und vorsorglich: ich glaub’ das nicht. Nie würden die sich zu was äußern von dem sie keine Ahnung haben.
25 Mai
Da die Arbeitsbelastung in letzter Zeit ein wenig zugenommen hat musste ich bei beabsichtigt gleichbleibendem Zeiteinsatz mal die Methoden überprüfen auf Wirksamkeit und erforderlichem Arbeitseinsatz. Zusätzlich wurde nach mehr Transparenz gefragt.
Mit wesentlich weniger Aufwand an Zeit konnte ich mit Bildern die Ideen und Prozesse transportieren, Unterstützung gewinnen, bei den Betroffenen Akzeptanz erzeugen. Da ich Erzeugnisse aus dem Haus Microsoft nur einsetze wenn es unbedingt erforderlich scheint habe ich mich jenseits des Riesen “Kleinweich” umgesehen und bin mit Mindjet und Omnigraffle bei zwei Angeboten für Mac OS X fündig geworden. Zwar könnte Mindjet die Unterstützung des Projekts für den Mac noch intensivieren, aber schon die eingeschränkte Variante bietet viel.
Nein, ich bekomme kein Honorar, musste für die Software sogar bezahlen. Deshalb habe ich auch nicht vor zu haften. Diese Witzbolde vom internettigen Feldgericht (Suchwort: Buskeismus) würden jetzt eine Distanzierung von mir verlangen. Täte ich auch. Wenn ich nicht überzeugt wäre.
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