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Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt

Archiv der Kategorie ‘Allgemein

Dass die Kosten von Arzneimitteln und deren Nutzen nichts miteinander zu tun haben kann geneigter Leser bereits erfahren haben. Dass diese Kosten in 2005 um über 16% gestiegen sind ist nachzulesen.

Weitere Steigerungen sind zu erwarten, denn die Pharmaindustrie will ihre zweistelligen Gewinnsteigerungen schließlich fortsetzen.

Wenn Politikerinnen meinen, dass ein zweiter Arzt und dessen Meinung etwas grundsätzlich bewirken könnten, dann haben sie das System vielleicht nicht verstanden: Ärzte wissen wenig über Arzneimittel. Was sie wissen stammt meist aus den “Beratungen” durch Pharmareferenten, wenn nicht nur aus Werbung und Prospekten. Klinische Pharmakologen könnten den Unsinn beenden, dass manche Patienten genauso viele Medikamente noch einmal gegen die Nebenwirkungen der eigentlich verordneten Medikamente einnehmen. Und gegen das “Wegwerfen” verordneter und bezogener Arzneimittel hilft aus meiner Sicht nur Aufklärung (im günstigsten Fall) und Strafe (durch Zuzahlungen, im Normalfall). Nicht populär.

Vielleicht hilft auch mal ein Patientenblick auf Preisvergleiche, wobei immer skeptisch zu untersuchen bleibt, wer eigentlich hinter den Webportalen steht. Generell gilt: wo es um so viel Geld geht ist Misstrauen angebracht!

EU-politisches Feuer

Leseempfehlung: http://maennerseiten.de/blog/index.php/verhinderte-feuerzeuge/

Studienqualität

Die Qualität von Studien ist mit ihrer meist verquasten Sprache nicht so besonders hoch, besonders die niedrigen Zahlen im Bereich medizinischer Studien lassen einen Vergleich ihrer Aussagen mit ernsthaften wissenschaftlichen Veröffentlichungen meist nicht zu. Wenn dann noch eine besonders effektheischende Formulierung durch Journalisten dazu kommt erinnert das sehr an die in Amerika so üblichen Nullnummern um mehr Forschungsgeld zu bekommen. Patienten sollten sich so einen Quatsch nicht mehr antun, wo sie Einfluss haben verhindern, dass für so einen Unsinn Geld ausgegeben wird. Schön, dass die Zeit gegen hält, zumindest im Weblog.

Plazeboalarm

Schon am 13.10. berichtete Thomas Wanhoff in seinem Weblog über Professor Andreas Pfeiffer, seine Beziehungen zur Pharmaindustrie und wie Nachrichten in seriösen Medienunternehmen dpa, FAZ, The Lancet) gemacht werden. Dazu passend vielleicht auch mal bei den beiden Journalisten desPlazeboalarm nachlesen was es mit dem diesjährigen Nobelpreis und seiner Wahrnehmung in der Presse so auf sich hat.

Pharmakonzerne sind edel …

… Qualitätszeitungen sind hilfreich und gut! Es geht um Pharmainteressen.

Unbedingt sollte jeder an diesen Themen interessierte Leser mal bei booCompany vorbeisurfen. Professor Andreas Pfeiffer von der Charité, die Redaktion des Handelsblatts und Sanofi-Aventis kommen dort wirklich nicht gut weg. Und womit? Mit Recht!

Interessant ist für mich auch, dass Sanofi-Aventis und Roche Diagnostics hinter dem Webportal www.diabetes-world.net stehen. Dagegen wurde www.diabetesgate.de zwar vom Deutschen Diabetiker Bund “angestoßen”, scheint jetzt aber über eine Agentur getarnt in den Händen der Industrie.

An die Morddrohungen gegen den Chef des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Zusammenhang damit, dass man dort eine wirtschaftliche und gute Insulinversorgung auch ohne teure Insulin-Analoga bei Typ-II-Diabetikern gegeben sah, möchte ich an dieser Stelle erinnern. Wenn man auf der Website des IQWiG “Insulin” ins Suchfeld eingibt wird man schlauer.

1987

Heute vor 19 Jahren … aber ich will hier nicht so persönlich werden. Jedenfalls würde ich mich sonst nicht mit Gesundheitspolitik befassen. Und heute habe ich natürlich andere Aufgaben als bloggen: Geburtstagskuchen, Geschenke, spielen, und nur ganz wenig arbeiten.

Heute vor 159 Jahren …



Quelle: gn8

… am 12.10.1847 gründeten Werner Siemens und Johann Georg Halske die Telegraphen-Bauanstalt in Berlin. Im Deutschen Technikmuseum, Berlin, kann man sich eine Menge Gerätschaften der Kommunikationstechnik ansehen: von den Zeigertelegraphen bis zur Rechenmaschine von Herrn Zuse. Unbedingt mehrere Besuche wert. Besonders angenehm: die Erlaubnis zum Fotografieren mit Stativ und Blitzlicht zu nicht-kommerziellen Zwecken wird mit einem kleinen Vordruck ohne weitere Kosten erteilt. Erwachsene zahlen Euro 4.50, Kinder/Krüppel/Greise zahlen nur 2,50. Ein Audioguide (Audioführung) kostet 2,00 bzw. 1,00 Euro zusätzlich (und lohnt sich auch).

Pflegebedürftig?

Die Bundesministerin für Gesundheit hat einen Beirat eingesetzt. Sie will die Pflegebegriffe “modernisieren”. Den Vorsitz, darauf ist sie besonders stolz, hat der Vorsitzende des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge übernommen. Der war mal Abgeordneter. Und sie freut sich, die Ministerin, dass “eine Vielzahl von Interessen und Kompetenzen” in ihrem Beirat versammelt sind. Am 13.11.2006 soll der Beirat anfangen, am 30.11.2008 soll er fertig sein.

Wer heute Leistungen wegen Pflegebedürftigkeit bezieht sollte sich bis dahin darauf vorbereiten auch ohne diese Leistungen leben zu können. Wer mir jetzt widerspricht soll bereit sein darauf zu wetten. Und er soll den Tag dann noch erleben.

Habe ich eigentlich schon mal erzählt wie ich erfuhr, warum die SPD der Einführung der Pflegeversicherung, dem Ausstieg aus dem Prinzip paritätisch finanzierter Sozialversicherungen, zugestimmt hat?

Journalistengeschwätz

Adrian Schimpf schreibt ein Blog bei der Financial Times Deutschland. Meist schreibt er mit spitzer Feder ein paar Wahrheiten noch ein wenig radikaler, als es es bei dem für seinen (Wortschafts-)Liberalismus bekannten Blatt wohl könnte. Die Nachrichten über die Gesundheitsreform hält er für weniger interessant als die Wetterkarte von vor 20 Jahren. So ahnungslos, wie sein Beitrag liest sich Vieles in dem Konzert der Kommentatoren dieser Tage. «Richtig ist wofür es eine Mehrheit gibt.” Das ist die einzige Richtschnur für jedwede Gesundheitsreform in einer demokratischen Gesellschaft. Und bei den selbstverwaltungsgestützten Systemen (bei denen Adrians private Kasse übrigens unbedingt mit am Tisch sitzen wollte und nun auch sitzt) geht es nur wenig anders zu. Das alles müsste, zumindest könnte er wissen. Wozu schreibt er dann so einen Beitrag? Gab es Buchstaben im Sonderangebot und kein Platz mehr für ihn im Blatt? Ist Bloggorrhoe ansteckend?

Gesundheitsreform?

Heute soll es ja den «Durchbruch» geben, den «endgültigen Durchbruch» gar … in der Gesundheitsreform. Wie Politiker mit einem oder mehreren Gesetzen die Praxis ändern wollen bleibt mir unklar. Frau Nessy hat wunderbar ausführlich ihre knappen Erfahrungen geschildert.

Gesundheit/sreform?

Also so eine Analyse hätte ich der WELT überhaupt nicht zugetraut:

Aus Sicht des durchschnittlichen Abgeordneten zerfällt das Volk, das er vertritt, in zwei große Blöcke: in die einen, die Wohltaten erhalten, und die anderen, die dafür bezahlen müssen. Regierungskunst im Wohlfahrtsstaat besteht in dem Talent, die Stimmen der einen, der Bittsteller, der Anspruchsberechtigten und der Zuwendungsempfänger, mit dem Geld zu kaufen, das man den anderen vorher abgenommen hat.

Vielleicht ein Fehler, dass ich die Zeitung zu Zeiten des Altkanzlers letztmalig gelesen habe und seitdem nicht mal mehr mit dem Rücken anschaute. Wer sich die Quelle anschaut: unbedingt auch die weiteren Artikel zum Thema lesen.

Apothekerinteressen

Spätestens seit die Apotheker so juristisch umfangreich hinter dem Versandapothekenunternehmen DOC MORRIS her sind müssen sie es sich auch gefallen lassen, dass man mal genauer nachschaut, wer denn bei den Apothekerinnen und Apothekern so was an wirtschaftlichen Interessen erkennen lässt (neben der ordnungsgemäßen Ausübung des Berufs in der einzigen erlaubten eigenen Apotheke!). Da scheinen einige Leute noch viel Zeit übrig zu haben (wahrscheinlich viele angestellte Apother für die Arbeit in der Apotheke) sich wirtschaftlich höchst verflochten dem Geldverdienen zu widmen.

… ehe ich es vergesse:

Bin aus dem Urlaub zurück. War nix. Wäre besser hier geblieben. Hinterher ist man ja immer klüger. Jedenfalls manchmal. Wenn “BMW” wieder einmal mit “bring-mich-werkstatt” ausformuliert wird werde ich schweigen. Ich weiß es schließlich besser: Werkstatt nützt nicht wirklich viel. Aber dazu später mal.

Kalifatsstaat Bundesrepublik

Die Abschaffung der Gleichberechtigung der Frau ist unverzichtbare Voraussetzung für eine Ende islamistischen Terrors. Nur konsequent. Die Argumentation ist sauber. Sicherheit ist schließlich unverzichtbar.

Sehr geehrte Frau Fiedler,

ja, ich würde gerne mal mit der Partei und denen, die darin meinungsbildend tätig sind, über die Probleme rund um Behinderung, Eltern, Erziehung, Kita, Schule sprechen. Das ist ein nicht ganz langweiliges Thema.

Ich war, als Neubürger, schon sehr überrascht, als mir die Sekretärin “meines” Bezirksbürgermeisters bei einem Anruf und Bitte um einen Termin bei Letztgenanntem mitteilte: “Herr Bürgermeister hat keine Bürgersprechstunde, der redet nicht mit Bürgern.” Das war ich aus meinem bisherigen Wohnort ganz anders gewohnt. Und da regiert auch die SPD.

Damals habe ich entschieden: äußerste Zurückhaltung gegenüber lokal agierenden Politikerinnen und Politikern in Berlin, noch schärfere Zurückhaltung gegenüber allen Behörden dieser faszinierenden Stadt. Das mit den Behörden und der Enthaltsamkeit hat nicht geklappt, aber das ist eine andere Geschichte.

Und jetzt die freundliche Einladung des Teams Kommunikation und Kampagnen. Nehmen Sie es nicht persönlich, sie haben einfach Pech wegen meiner Vorerfahrungen. Machen Sie das Beste draus.

Mit freundlichen Grüßen

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Kommentare

  • Svenja-and-the-City: Wow. Das ist ein unglaublich interessanter Satz, der mir sehr gefällt. Aber was ist mit all...
  • Günter Schütte: Mir scheint, das hat weder mit Apple noch was mit der Herstellerfirma sondern am ehesten mit der...
  • Waltraud Stevens-Hammers: Sehr geehrter Herr Fussek, meine Mutter ist jetzt 86 J alt und hat eine beginnede Demenz....
  • Balz, Hans: Sehr geehrter Herr Yogeshwar, bitte nehmen Sie zum Thema Kontakt mit mir auf! Mit freundlichen Grüßen...
  • Michael: Danke für Deine Anregungen, auch wenn ich inhaltlich (zumindestens teilweise) eine andere Meinung habe. Aber...

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