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Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt

Archiv der Kategorie ‘Allgemein

Nebeneinkünfte

Wie schwer es ist, den Sumpf aus Interessen und Zuwendungen der Pharmaindustrie trocken zu legen …

In einer Petition wendet sich eine Vertreterin dieser Berufsgruppe an den Bundestag, nicht ohne alle Bekannten und Verwandten zu bitten den Text soweit wie möglich, am besten an alle diesen bekannte oder verwandte Personen und Stellen zu verbreiten. So erreichte der Text auch mich. Statt nun alle meine Bekannten … damit zu belästigen stelle ich meine Antwort hier vor:

«Sie verstehen sicherlich, dass die Honorierung ärztlicher Leistungen nicht oberste Priorität bei unserer Arbeit als Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen hat. Ich verstehe Ihr Anliegen.

Allerdings ist mir das ärztliche Gewissen und die Freiberuflichkeit nicht genügend Garantie für qualitativ akzeptable Leistungen. Wenn weiter ohne wirksame, und das heißt aus meiner Sicht auch schmerzhafte(!), Qualitätssicherung gearbeitet wird, dann wird weiter jedes Jahr eine unnötig große Zahl von Patienten durch ärztliche Fehlbehandlung geschädigt.

Und wenn ich mir ansehe, was Ihre Standesvertretung an Qualitätssicherung mehr verhindert als ermöglicht, wie die gebotene Transparenz gar oft behindert wird, dann bin ich der Meinung, dass zwar eventuell ein einzelner Arzt meine Solidarität verdient, keinesfalls aber die organisierte Ärzteschaft.

Das Sachleistungsprinzip hat bisher zu einem hohen Niveau der medizinischen Versorgung beigetragen. Es wurde von Ärzten und Krankenkassen gemeinsam eingeführt und von Ärzten alleine bestimmt (ohne Arztunterschrift gab es nichts!). Wenn Ihre Berufsgruppe jetzt auf einmal etwas anderes will, dann bedarf das einer erheblich tiefgehenderen Begründung.»

Zimtsterne sind Gift!

Wenn es die Selbsthilfe nicht gäbe, ich hätte das glatt übersehen. Ich dachte eigentlich die Dummköpfe von der Bundeswehr in Kabul wären diese Woche dran als Sau durchs Dorf getrieben zu werden. Irrtum meinerseits, mindestens in NRW, wo Ministerien schon mal seltsame Sachen machen.

Kosmetische Chirurgie

Schönheit nach Maß ist das Ziel dieses Fachgebiets, Ziel der Chirurgen ist wohl in erster Linie ein hohes Einkommen zum besseren Auskommen. Und die Leute lassen sich schön operieren, immer öfter.
In Zeiten, in denen Viagra, glaubt man der massenhaft eintreffenden unerwünschten Werbeflut in den Mailpostfächern, zum Lieblingsdrops netzaffiner (und schat man sich die Texte an: ziemlich dummer) Männer geworden ist, werden in den USA über 10 Millionen kosmetische Operationen im Jahr durchgeführt.
Interessant wäre eine Gewinnanalyse bei Pfizer: wieviel Prozent ihres Gewinns machen sie mit Lifestyle-Drogen, wieviel noch mit Medizin im klassischen Sinn? Machen die eigentlich überhaupt noch was anderes als Viagra? Braucht man dafür ein Rezept? Ich weiß wieder mal nix.

Betreuungsbehörde …

… so heißt die zuständige Dienststelle auch in der Bezirksverwaltung Steglitz-Zehlendorf. Und wer meint, dass sowas dort nicht vorkommen könnte, der irrt gewaltig. Es kommt schon mal vor, dass unter Überschreiten der gesetzlichen Befugnisse die Angehörigen eingeschüchtert werden. Das macht erst die zuständige Amtsfrau, dann der Abteilungsleiter und der holt sich noch einen Amtsleiter dazu. Kein Wunder meine Konsequenz: Bezirksverwaltung abschaffen! vor allem die in Steglitz.

Ob Marktwirtschaft die angebrachte Methode bei Medikamenten ist fragt sich Malte vom SPREEBLICK. Gute Frage. Aber auch dort gibt es keine Antwort. Der Vorschlag, die Pharmaindustrie pauschal vom Staat bezahlen zu lassen dürfte in den Kommentaren zwar ernst gemeint sein, aber ich halte ihn auch für genauso unsinnig. Ständig behaupten Pharmafirmen, dass sie doch soviel Geld in Innnovationen stecken. Ein Vergleich des Etats für Forschung & Entwicklung mit dem für Marketing und Public Relation lohnt immer. Dass man in Bilanzen sündhaft teure Zuwendungen verstecken kann muss man dabei immer auch berücksichtigen.

Tschüss Winword

Der für Word verantwortliche Ingenieur wird am 07.03.2007 ins All geschossen. «Späte Gerechtigkeit» meint nicht nur IT&W.

Ordnung muss sein

Erinnert mich spontan an POM Meier. Wenn der einen Behindertenausweis von beiden Seiten gezeigt bekommt denkt der nicht daran, dass so jemand eventuell die Vorteile eines Behindertenparkplatzes braucht, der denkt nur daran, dass es einen Blauen Berechtigungsausweis braucht. Gleichzeitig lässt er allerdings 20 Autos in 2. Reihe halten, 6 Autos im absoluten Parkverbot … das macht dem nix. Solange solche Leute bezahlt werden können ist es noch zuviel Geld in der Stadtstaatskasse.

… schwarz/rot. Oder “Reform von schwarz-rot macht Pflege ganz tot”. Na, den Gewerkschaftern wird zum Schluss schon noch was einfallen als Slogan für die Straße wenn hunderte von Weißkitteln wegen drohendem Arbeitsplatzverlust protestieren. Natürlich wird jetzt schon hinter den Türen, die so ganz verschlossen nie sind, gearbeitet. Franz Knieps hat vorgelegt (sage niemand, er habe das nicht gewusst). Und die Behindertenbeauftragte möchte mit der Kompetenz der Betroffenen auch mal einen Punkt machen.

Wer dazu seinen Senf abgeben möchte ist eingeladen das hier oder woanders zu tun. Wie immer sind «die üblichen Verdächtigen» beteiligt und ansprechbar.

Das nervt nur noch


Quelle: gn8

THF – Tempelhof Flughafen, 05:37 Uhr, Sicherheitskontrolle vor dem ersten Flug nach Köln/Bonn. Früher hieß das “Gänsefleischmalngofferaumaufmachen”. Heute nervt das nur noch: mal soll ich einen Kunststoffkugelschreiber auseinanderschrauben (“Sie glauben nicht wieviel Schießkugelschreiber wir hier immer finden.”), mal wird ziemlich warm in die Hose gegriffen, diesmal wahrscheinlich auf der Suche nach einer Schießkamera (Sie glauben nicht wieviel Schießkameras es in D gibt, immer auf dem ersten Flug von Berlin nach Köln.) Haben die Pappnasen von der “Security” eigentlich wirklich schon mal einen Terroristen geschnappt oder ist das nur Zeitvernichtung und Nerven (auf meiner Seite) und Arbeitsplatzbeschaffung für Schlichte (auf der anderen Seite)? Denn ich glaube weder an Schießkugelschreiber noch an Schießkameras, soviel ist sicher.

Die Viszeralchirurgie, speziell die Operationen an der Galle (meist zwecks deren Entfernung) kann eigentlich aus der Überwachung durch das geregelte Verfahren der stationären Qualitätssicherung herausgenommen werden. Da ist ja alles so prima.

Mir wurde diese Blase am 02.12.2005 entfernt. Ziemlich notfallmäßig war ich am 30.11. ins nächstgelegene Krankenhaus transportiert worden. “Unklarer Bauch”, was man halt erst mal so feststellt. Ziemlich schnell war die Diagnose klar: “heiße Galle”. Und nun “raus damit”. Aufklärung durch den Operateur: “Das macht bei uns der Pförtner.” Sollte heißen: da passiert nix, brauchen wir nicht drüber zu schwätzen, machen wir schon. Narkoseaufklärung: “Was? Sie haben ja noch nix ausgefüllt.” “Ich kann das nicht lesen, zu klein gedruckt.” “Aber unterschreiben können Sie doch?”.

Ich lag den ganzen Tag im Aufwachraum, die Narkose war wohl was tief, noch heute kann ich nicht mehr richtig reden, d.h. laut genug für einen Saal sprechen. Stimmbänder halt verletzt. Kann vorkommen. Muss man vorher aufklären. Und beide Nasenlöcher waren tamponiert beim Aufwachen. Wohl vergessen, dass ich eine schwere Erkältung hatte. Schwamm drüber, man hätte sich halt nur entschuldigen können. Die Galle ist wohl wirklich raus, der Stein war bemerkenswert: 12 cm lang und 2 cm dick. So hatte es die Ultraschalluntersuchung auch vorher angesagt. Aber Chirurgen “behandeln ja keine Bilder”. Also musste ziemlich gewürgt werden bis das Ding raus war. Breites Loch.

Dann war wohl das Garn ausgegangen: jedenfalls habe ich einen Bauchdeckenbruch seitdem. Kann man reparieren, macht wohl auch der Pförtner. Aber nicht da, soviel ist sicher!

Ach ja: bin 3 Tage nach OP auf eigenes Risiko gegangen. Schwester stellte wieder mal falsche Medikamente zur falschen Zeit. Als sie dann noch frech wurde hat es mir gereicht.

Qualitätssicherung, d.h. Überwachung brauchen wir da nicht mehr. Mit den paar Kriterien hätte man die Fehler ja sowieso nicht bemerkt.

was direkt zur Stationären Aufnahme führt. Und womit? Mit Recht!

Glückwunsch, Pépin Cadavre!

Einen Tag zu spät zum Geburtstag gratulieren, wie peinlich, aber besser als ganz vergessen!

Marquise, si mon visage
A quelques traits un peu vieux,
Souvenez-vous qu’à mon âge
Vous ne vaudrez guère mieux.

Le temps aux plus belles choses
Se plaîst à faire un affront
Et saura faner vos roses
Comme il a ridé mon front.

Le même cours des planètes
Règle nos jours et nos nuits
On m’a vu ce que vous etes;
Vous serez ce que je suis.

Anhören! Ansehen!

1001 Geschichten

Erst heute habe ich die Website 1001 Geschichten und kein einziges Märchen gefunden. Zum Kongress hätte ich wegen anderweitiger Verpflichtungen sowieso nicht fahren können. Aber das Projekt und die Arbeit der Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. ist einen näheren Blick wert! Warum validiert nur keine einzige der Seiten, warum legen die Autorinnen und Autoren so erkennbar wenig wert auf die Gruppe seh- oder anders behinderter Menschen? Besonders ethisch ist das nicht!

Die alte Pünktchenpartei

FDP startet Briefkampagne gegen Gesundheitsreform und es geht ihr um die Privatversicherten, in deren Reihen vermutet sie ihre Wähler. So wird es auch sein. Aber das könnte sich eben ändern, wenn die nicht mehr beim Arzt ein gemütlicheres Wartezimmer bekommen und außer der Reihe vorgezogen werden. Aber wenn den Ärzten deren Honorare reichten, dann gäben sie ihre Kassenzulassungen ja reihenweise zurück. Tun sie aber nicht. Also brauchen sie wohl doch die Kassenpatienten als Basis des Einkommens. Dann sollte auch Schluss mit deren Benachteiligung im Wartezimmer sein. Ein weiteres Cheerio auf die Ministerin!

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Kommentare

  • Svenja-and-the-City: Wow. Das ist ein unglaublich interessanter Satz, der mir sehr gefällt. Aber was ist mit all...
  • Günter Schütte: Mir scheint, das hat weder mit Apple noch was mit der Herstellerfirma sondern am ehesten mit der...
  • Waltraud Stevens-Hammers: Sehr geehrter Herr Fussek, meine Mutter ist jetzt 86 J alt und hat eine beginnede Demenz....
  • Balz, Hans: Sehr geehrter Herr Yogeshwar, bitte nehmen Sie zum Thema Kontakt mit mir auf! Mit freundlichen Grüßen...
  • Michael: Danke für Deine Anregungen, auch wenn ich inhaltlich (zumindestens teilweise) eine andere Meinung habe. Aber...

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