Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
22 Jun
Ein Dachverband der Art «Geldsammeln auf Mitleidschiene» verschickt unter dem Betreff «Mitgliedsbeitrag» pauschal Zahlungserinnerungen an alle Mitglieder (ohne vorher geprüft zu haben, ob tatsächlich ein Beitrag aussteht). Da das erkennbar so ein lasches Verhalten war («sucht Ihr doch, wozu soll ich für mein Geld auch noch arbeiten?») habe ich mal nachgefragt. Außer einer geschmacklosen Bemerkung zu meiner Behinderung kam da nicht viel von der Geschäftsführerin. Sie hält es wohl für eine Zumutung vor einer Mahnung tatsächlich prüfen zu sollen. Überrascht mich nicht wirklich. Fleißiges und gründliches Arbeiten ist nicht jederfraus Sache. Champagnerempfänge und Buffets gegen das Leid in der Welt wohl eher.
22 Jun
Gelegentlich treffe ich auf eine besonders eklige Belästigung für einen sehbehinderten Menschen im Netz: bei Verweilen der Maus über einem Link taucht ein kleines Fenster auf. Snapshot nennt sich dieser Mist, stellt dann sowas wie einen miniaturisierten screenshot der bei Klick auf den Link zu erwartenden Website dar. Als ob ich nicht warten könnte bis ich wirklich dort bin? Und das Tool gibt auch noch vor, dass man es für diese eine Seite oder alle Seiten abschalten könne. Geht aber nicht. Werden wahrscheinlich wieder nur eklige Strohkekse hinterlegt oder irgendwelche persönlichen Daten an Stellen übermittelt, denen ich nicht mal die Hand reichen würde, wüsste ich von ihnen.
Bin mit meiner Geduld nun am Ende. Wenn so ein ekliger Kleb wieder mal auftaucht wird die entsprechende Website aus meinen Verzeichnissen getilgt, ohne Rückfrage, ohne weitere Erklärung. Ich muss auf der Straße jeden Hundeschiss nehmen wie er hinterlassen wird, auf meinem Bildschirm habe ich ein paar klitzekleine Resteinflüsse. Die werde ich nutzen. Hinfort Ihr Werbewichte! Der Rest meiner Sehkraft gehört mir!
22 Jun
Bei Gewitter schmerzt alles wie verrückt. War schon nach der letzten Augen-OP so. Hat sich nicht geändert. Fortschritt sieht anders aus, Ihr Opthalmologen, Ihr! Netzhautprothesen erforschen die nicht richtig gehen, aber nix gegen Schmerzen tun. Pappnasen!
20 Jun
Eine wegen des Arbeitsumfangs auf zwei Tage angesetzte Sitzung konnte gestern zum Wohlwollen fast aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach nur einem Tag abgeschlossen werden. Alle Punkte erledigt, nicht der sonst wenig seltene Kampf aus altbekannten Gräben raus, konstruktiv miteinander gearbeitet. In Kürze kann dann der Gemeinsame Bundesausschuss die Qualitätszahlen zur Veröffentlichung freigeben, alle vorbereitenden Beschlüsse und Beratungen sind erfolgt.
Was heißt das für die Qualität in deutschen Krankenhäusern? Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Vorweg: die Zahlen dürften stimmen, sie stimmen soweit kontrolliert mit den Patientenakten überein, es ist mehr als eine freiwillige Erhebung solcher Daten (z.B. USA). Problemsituationen sind erkennbar und werden nicht mehr als üblich (Arztsprache zum Verdecken von Kritik vor Nichtärzten) geschönt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Repräsentativität picke ich mir heraus:
Werden ältere Menschen mit Knochenfrakturen später operiert als jüngere Menschen, obwohl fachlich die Wichtigkeit schnellstmöglicher Versorgung bekannt ist? Liegen die Gründe dafür im Krankenhaus oder/und sind von den dort Handelnden zu beeinflussen? Wenn es für eine schnelle OP Evidenz aus Studien in anderen Ländern aber nicht in Deutschland gibt: dürfen wir dann so tun, als wüssten wir nicht genug?
Wenn zwischen dem Eintreffen einer Schwangeren im Notfall und der Entbindung mehr als doppelt soviel Zeit vergeht wie als fachlich sinnvoll angesehen werden kann: dürfen wir das hinnehmen weil es jedes Jahr weniges Häuser geworden sind, denen das so unterläuft? Müssen wir nicht mal dazu anstiften so eine Abteilung zu schließen, wenigstens als abschrecekndes Beispiel für die anderen Abteilungen?
Wie steht es um die Qualität in den Bereichen, in denen eine externe verpflichtende Datenerhebung nicht stattfindet? Müssen wir Patientinnen und Patienten nicht darauf dringen, dass Daten erhoben werden? Dürfen wir uns von Ärzten dahin manipulieren lassen, dass dies nur unnötige Büroarbeit wäre und sie vom Heilen abhielte? Dürfen wir uns von den Kassen von solchen Forderungen abhalten lassen, denen das vielleicht nur “zu teuer” ist?
Und für heute soll es damit genug sein: darf die Veröffentlichung und die Erhebung und Bearbeitung der Daten in einer Hand liegen oder muss das voneinander getrennt werden (wie es eine große Stiftung gemeinsam mit einer kleinen Zahl von Patientenvertretern unter Hinweis auf z.B. die USA fordert?)? Aus meiner Sicht sind diese beiden Aufgaben in einer Hand sinnvoll gebündelt immer dann, wenn eine genügend wirksame Kontrolle durch Dritte greift (worunter ich hier eine Quasi-Notarfunktion der Patientenvertreter verstehe). Aber diese Dritten müssen operativ leitend eingebunden sein, sie dürfen nicht manipulierbar bleiben durch gezielte Informationsteilhabe oder -verweigerung. Und da sind die beiden bisherigen Großspieler gefordert: Kassen und Krankenhausgesellschaft müssen sich überwinden die “Dritte Kraft” endlich wirksam einzubinden. Wenn sie weiter darauf warten, bis das vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird: bitteschön. Dann aber auch nicht jammern, wenn wieder mal ein paar Gegner der Patientenbeteiligung abgeschafft oder kalt gestellt werden. Lieber Synergien ausloten und nutzen als weiter Kampflinien abstecken!
P.S.: Mein geliebter Fachbereich Augenheilkunde unterliegt keiner gesetzlich verpflichtenden externen vergleichenden Kontrolle. Waren die Augenärzte besonders clever sich so zu entziehen? Welche Auswirkungen hat der Verzicht auf Kontrolle auf die Qualität? Darf ich mich auch aus eigener Betroffenheit einmischen?
19 Jun
Bisher habe ich mich bei meinen Berichten noch kaum mit dem Pflegepersonal befasst. Das will ich nun nachholen. Eine gewisse Verrohung bei manchen Krankenschwestern ist nicht zu übersehen. Da wird wenig Rücksicht genommen auf den Zustand des Patienten, Schmerzen gehören zum Heilungsprozess, einer gewissen Läuterung des Patienten durch Geißelung ist Schwester Brutalo verpflichtet. Da sie das verbindet mit der Sprache, in der Kindergartentanten mit ihren Schützlingen zu sprechen pflegten (nun wollen wir mal schön trinken), wirkt sie auf mich obskur. Dazu passt dann auch die Drohung: «Wenn Sie jetzt nicht mehr trinken müssen wir ihnen eine Infusion anhängen.» Das 26°C warme Wasser (ich berichtete) war allerdings im Vergleich zu einer netten Glukose-Pulle eindeutig Verlierer, der Zugang lag noch. Den hätte sie vor ihrer Drohung ziehen müssen.
Schwester Sanft. ist da wesentlich angenehmer. Sie lässt mich die Lider selber auseinanderziehen beim Tropfen, sie tropft zuerst die brennende Lösung und danach die milderen Wässerchen, Kindersprache ist ihr fremd. Dafür erwartet sie auf die Frage nach dem Wohlergehen ein kerniges «sehr gut». Mit einem «schlecht, mir ist übel und schwindelig» kann sie sich nicht abfinden: «Sie sind doch ein junger Mann. Sie sind doch kräftig.» Charmant. Aber mir fehlte kaum 24 Stunden nach der OP ein wenig der Sinn für Komplimente. Auf mein folgendes: «Ja, es geht mir blendend, ich bin nur zum Vergnügen hier», war sie dann doch geschockt. Aber ich musste trotzdem zum Untersuchungsraum laufen. Dass sie für den Rückweg dann ein Bett holen musste, hat sie mir bestimmt nicht verziehen. Ich ihr den Kollaps auch nicht.
19 Jun
Was bisher geschah … kann ja jeder nachlesen. Nachtragen möchte ich, dass ich am Tag nach der OP dreimal im Untersuchungsraum kollabierte. Mein Kreislauf war einfach nicht richtig auf Touren zu bekommen (ohne jede Unterstützung), und Schmerzen beim Rumdrücken auf dem geschwollenen Lid in Verbindung mit einem Luftgemisch, dessen Sauerstoffanteil bemerkenswert gering war, wirkten zusammen. Als ich es einem Freund erzählte lachte der nur: vor vielen Jahren hatte er in der Famulatur schon in solchen Luftgemischen gearbeitet, Augenabteilungen sind für diesen Mief bekannt, Fenster oder Klimaanlagen gibt es nicht oder sie sind außer Betrieb.
17 Jun
Angeblich wegen der strengen Gesetze z.B. in Deutschland zensiert der Fotospeicherdienst flickr (den ich auch benutze) seit ein paar Tagen die Fotos seiner Benutzer speziell für Besucher aus Deutschland (und ein paar anderen Ländern). Dabei sind doch die Amis so verrückt wegen ein paar Nippeln gleich Livesendungen abzuschaffen, darüber regt sich hier doch nicht mal mehr eine Kindergartentante auf. Man sollte die Verantwortlichen auf das Örtchen schicken. Zum Nachdenken. Denn mit dem Denken haben sie es ja wohl nicht so stark.
16 Jun
Ob Augentropfen (Clonid-Optal, Dexamytrex, Betoptima, Trusopt) den Geschmackssinn so beeinträchtigen können, dass man ein ganz hervorragendes Mineralwasser trinkt, Wassertemperatur gleichbleibend 26°C, es aber für eine abscheuliche Brühe hält? Verdächtig macht sich der Hersteller bei mir, weil diese Flaschen nicht in seinem Gesamtsortiment abgebildet sind. Vielleicht werden auch Altbestände in der Klinik abversorgt? Mehr fragen als Antworten. Gut für die Beteiligten, dass ich kein Journalist bin. Ich würde diese kleinen Geschichten sehr lieben.
Immerhin hatte mein Zimmer einen Kühlschrank. Wie kann man nur glauben, dass so eine warme Brühe irgendwen animiert etwas für den Flüssigkeitsspiegel oral zu tun? Ärzte, Schwestern, tststs.
15 Jun
Keine Sitte: letzten Sonntag beim Frühstück plötzlich Sehfeldeinschränkung bemerkt. Schwache Erinnerung: das hatte ich schon mal. Sowas nennt sich Ablatio ret. (wobei ret. für retinae steht). Und dann heißt es: husch, husch in die Fachabteilung zum Raussaugen des Wässerchens hinter der Netzhaut, selbige wieder anpappen, Risse und Löcher flicken (damit da nicht gleich wieder …) und ordentlich Gas rein (zum Andrücken) und ne Art Gürtel drum, fettich.
Aber so einfach ist das nicht: nur gegen ernstesten Widerstand aller mir begegnenden Ärzte konnte ich meinen P-Patienten-Status durchsetzen. Selbst die Krankenschwester wurde wohl von Sozialneid erfasst und gönnte es mir nicht. Habe gut ein Dutzend mal unterschrieben. Konnte nicht lesen was drin stand. Bei Entlassung wollte man dann, ich sei ja “P”, noch ein paar Unterschriften. Bin gespannt, wann hier die Waschmaschinen und Bausparverträge auftauchen.
Und dann begegnete ich noch einer ganz außergewöhnlichen Augenoberärztin: die meinte zwei Netzhauptablösungen zu kennen. Eine müsse ganz schnell operiert werden, die andere erst am nächsten Tag. Als ich nach ein wenig Literatur dazu fragte wurde sie einsilbig und drückte schmerzhaft auf meinem Auge rum (Rausdrücken nannte sie das). Ich nannte das Revanchefoul und würde sie vom Platz stellen. Letztlich räumte sie ein, es gebe medizinische Aspekte des Falls und organisatorische. Als ich die medizinischen wählte war alles klar: der operierende Oberarzt hatte einen versauten Sonntagabend und ich schmerzhafte Zeiten vor mir.
Jetzt überlege ich nur noch: soll Frau Dr. R. sich bei mir entschuldigen und gut oder soll ich es ans Schwarze Brett in der Klinik heften? Das Revanchefoul verdient eigentlich keine Milde, die Frau ist charakterlich geschädigt und sollte keine Karriere vor sich haben.
9 Jun
Die Version 3.0 von Parallels Desktop ist raus. Wer einen Mac mit Intel-Prozessor sein eigen nennt könnte auf die Idee kommen das installieren zu sollen. Aber Achtung! Obwohl an keiner Stelle erwähnt verlangt der Updateprozess dann, wenn ein zurück nicht mehr geht, die Eingabe der alten Aktivierungscodes. Vorher hingewiesen wird darauf nicht. Und die Pappnasen der Softwarefirma sind natürlich Samstags auch nicht am Schaffen. So muss ich, der die Pappschachtel nicht finden kann, mindestens bis Montag warten. Und wenn die mir dann nicht helfen: dann kann ich die Daten vergessen, muss alles neu aufsetzen, habe 140 Teuro in den Sand gesetzt und viele Stunden Arbeit. Soviel ist sicher: künftig werde ich vor einem Update erst einmal mindestens drei Monate warten. Und auch dann: wozu ein Update wenn alles läuft?
9 Jun
Montag auf den Weg nach Düsseldorf gemacht. Bestes Wetter, genau richtig für eine Fahrt auf 2 Rädern. Da ich die Autobahn meide (kennt man eine, kennt man alle) hat es ein wenig gedauert. Freundliche Menschen hatten mir ein freundliches Hotel reserviert, nach zwei Bier ins Bett gefallen.
Dienstag mit der Qualität der Perinatalmedizin beschäftigt. Kortikosteroidtherapie (dient schnellerer Lungenreife) ist bei zu früh geborenen Kindern wichtig. Das ist anerkannt. Aber Gynäkologen glauben nicht, dass sie auch in 95% aller solchen Situationen gegeben werden kann bzw. dass korrekt die Gabe dokumentiert werden kann. Deshalb sind viele Fachabteilungen damit auffällig, dass sie diese vor Jahren festgelegte Quote nicht erreicht haben. Nun wollen interessierte Kreise die Pflichtquote herabsetzen. Dann wären weniger Fachabteilungen «auffällig». Da uns Patientenvertretern bereits früher die Schuld an der hohen Quote zugeschrieben wurde habe ich mich bemüht dem Vorwurf gerecht zu werden und energisch dafür plädiert, dass die Vorschrift bleibt. Die Fachabteilungen sollen sich Mühe geben. Fachleute meinen, dass dann nur mehr gelogen wird. Kann sein. Aber wenn alles erlaubt wird woran sich Leute nicht halten, wenn Lügen gar ein Kriterium wird: was wird dann aus der Versicherungswirtschaft, bekommen wir dann überhaupt ein wenig mehr Qualität in die Medizin?
Übrigens: wenn Ärzte behaupten, sie kämen vor lauter Bürokratie nicht mehr zum Heilen, meinen sie häufig solche Fragebögen (siehe Link). Sie behaupten dann auch gerne, dass diese Vorschriften «am grünen Tisch» von «lauter Theoretikern» festgelegt würden. Dazu: ich kann es nicht mehr hören. Erstens findet sich unter dem Link die maßgebliche Literatur, zweitens sind die Mitglieder der festlegenden Fachgruppe namentlich benannt und mehrheitlich Praktiker, drittens ist es doch nicht zuviel verlangt eine gemachte Arbeit auch zu dokumentieren. Soll ja schließlich auch von uns allen bezahlt werden.
Ärzte beschweren sich auch gerne über «OPS-Codes». Und sie motivieren Patienten sich zu beklagen: sie (die Patienten) seien schließlich keine Nummern. So einfach ist es aber nicht. Ich habe zur Erhöhung der Verlässlichkeit darauf verwiesen, dass man der o.g. Therapie nur einen eigenen OPS-Code mit einer eigenen Honorierung zuweisen müsse, schon würde viel zuverlässiger dokumentiert. Alle Ärzte am Tisch lachten, sie verstanden mich sofort. Denn was honoriert wird, das wird auch gerne dokumentiert, da ist keine Arbeit zuviel.
Dienstagabend mit einem netten Menschen eine Düsseldorfer Waldgaststätte besucht. Natürlich auch wieder über Fachangelegenheiten der Patientenbeteiligung im Gesundheitswesen gesprochen. Aber nicht nur. Ein netter Abend.
Am Mittwoch dann nach Bonn um mir einen Termin zur Nach-OP der Nach-OP zu besorgen. Man hatte mir in Berlin im November 2005 die Galle entfernt. Leider hat man entweder nichts zugenäht oder die Naht hat aus anderen Gründen nicht gehalten: Nahtbruch. Die erste OP hat nun auch nicht gehalten, was ich mir davon versprochen hatte. Also mal wieder. Ich freu’ mich so! Weil ich nun schon da war einen Abstecher zur Geschäftsstelle des Gemeinsamen Bundesausschusses gemacht, Post abgegeben. Zuständige Mitarbeiterin ist erst nächste Woche wieder da. Heiliger Brückentag!
Mittwochabend in Köln nette Menschen getroffen, wieder einen netten Abend verbracht, diesmal traditionell bei Päffgen in der Friesenstraße. Köln ist eine wunderbare Stadt, die Menschen sind offen, das Bier schmeckt. Das Leben kann so schön sein.
Donnerstag auf den Heimweg gemacht, wieder keine Autobahn benutzt. Erst einmal bis in den Landkreis Osnabrück gefahren. Leider den Weg über Dortmund genommen. Ich muss mir mal eine Alternative raussuchen. Diese Stadt ist eine Krake: sie fängt früh an und hört fast nicht auf. Das kann passieren bei Benutzung nur von Nebenstraßen.
Am Freitag wieder im Büro angekommen. Die Mails von 5 Tagen … immerhin geladen.
31 Mai

Als ob die ga ze Welt nicht mehr rauchen würde … so ein Unsinn. Und so eine Kampagne ist auch Unsinn. Ich sehe nirgends eine Evidenz, dass die ganzen Präventionsprogramme dieser politischen Art überhaupt etwas nützen. Wird viel öffentliches Geld für verschwendet. Ich halte, welch Wunder, nichts davon und würde das aus dem Ausgabeprogramm der Gesetzlichen Krankenversicherung völlig streichen, ersatzlos.
Aber mein persönliches Nichtraucherprogramm hat wohl ziemlich funktioniert: habe am 30. November 2005 um 05:00 Uhr aufgehört zu rauchen, bin damit schon 547 Tage 4 Stunden 36 Minuten 8 Sekunden (beim Schreiben dieses Beitrags) rauchfrei, habe in dieser Zeit 10.943 Zigaretten nicht geraucht, 2.735,75 Euro gespart 11 Gramm Nikotin und 131 Gramm Teer den Lungen erspart.
Geholfen beim Ermitteln der Zahlen hat SWR3, deshalb hier zum Dank ein Link und ein Logo. Ich habe einfach aufgehört. Keine Pflaster, keine Gebete. Einfach gewollt und getan. Meine Frau wurde gewarnt: der wird unerträglich. Heute sagt sie: nicht mehr als auch sonst immer. Ich liebe ihren Humor. Und wenn in meiner Gegenwart einer raucht: guten Appetit. Mich stört es nicht. Aber kalter Rauch, der hat mich schon immer gestört, den mag ich auch heute nicht. Und in Raucherabteile habe ich mich früher schon nur zum Rauchen gesetzt, jetzt besuche ich sie nicht mehr. Predigen überlasse ich Pastören und Politikern, die haben das besser drauf.
27 Mai
Das ist ja wirklich eine Ausnahmeentscheidung: ein Arzt haftet für einen Schaden bei einer Patientin. Aber wie zu erwarten: nicht wegen eines Fehlers. Er haftet wegen mangelhafter Aufklärung. Vielleicht sollten Patienten vor allem zum Aufklärungsgespräch immer einen eigenen Zeugen dabei haben und sich nicht allein einem Arzt ausliefern. Denn mangels dessen Erinnerungsvermögen bei Dutzenden Aufklärungen pro Arbeitstag kann es nach sieben Jahren nur noch um den Inhalt des unterschriebenen Bogens gehen. So auch nicht wirklich fair, aber Juristen reicht’s.
26 Mai
Wer glaubt, dass die DAMA ein paar Probleme lösen würde, muss angesichts dieser und dieser Nachrichten eher resignieren: ein weiterer Bahnhof zum Verschieben von Verantwortung mit dem einzig sicheren Resultat: Verantwortungslosigkeit wenn es einmal ernst wird. Die Politik generiert eine Scheinlösung nach der anderen für Probleme, deren Existenz zumindest ohne die Lösung noch nicht garantiert ist. Alles klar? Solle auch nicht.
24 Mai
Hätte vor ein paar Tagen beinahe bei Gravis gekauft. Der neue tolle Laden am Ernst-Reuter-Platz war mir freundlich empfohlen worden. Hatte schon ein paar Sachen in der Hand, fragte eine blonde Kassiererin nach Betriebssystem Windows für den Intel-Mac (ich weiß, aber da sind drei Programme …). Ja, sie hätten es da, ich solle nur mal ein paar Minuten warten. Nach 20 Minuten habe ich ihr gesagt, dass sie mir einen netten Kollegen ins Kaffee in der ersten Etage schicken solle, ich würde bei einem Tässchen dort warten. Nach weiteren 15 Minuten war der Capuccino getrunken und meine Geduld fast am Ende. Wieder an der Kasse fragte sie mich, ob denn jemand bei mir gewesen sei. Auf das «Nein» suchte sie erneut nach einem Kollegen Verkäufer. Ein solcher kam nach 5 Minuten, aber Windows haben sie überhaupt nicht. Ich habe die Teile aus meiner Hand wieder ins Regal gelegt und bin gegangen. Über 30 Minuten warte ich nicht vergebens und bleibe zahlender Kunde, soviel Verschwendung meiner Zeit gestehe ich niemandem zu. Die haben einen Kunden vergrault. Vielleicht ein wenig kleiner und dafür mehr Personal? Aber vielleicht hat Gravis auch genug Kunden. Nebenan bei M&M, ist ja zu Fuß nur 2 Minuten entfernt, dort bin ich freundlich und sofort bedient worden.
Kommentare