Landeswappen NRWUnd mindestens genauso interessant ist die Frage: Wer eigentlich? Eine Wahlbeteiligung von 60% ist aus meiner Sicht erst einmal ein blamables Ergebnis für alle Politikerinnen und Politiker im größten aller Bundesländer. Was soll es denn von 13 Millionen Wahlberechtigten zu sprechen, wenn dann nur knapp 8 Millionen zur Urne gehen, mithin über 5 Millionen Berechtigte allen Parteien die Zustimmung verweigern?

Reaktion: die Diäten auf 60% kürzen, damit die Gewählten künftig stärker berücksichtigen, dass es ihre Aufgabe ist für Zustimmung zur Politik, zur Demokratie zu sorgen. Aber zurück zur Realität.

Da stand eine SPD zur Wahl, die in Bonn ein Weltkongresszentrum sowas von verbaselt hat, dabei den Wählerinnen und Wählern sowas von tief in die Tasche gegriffen, dass es einen an Hypobanken und Griechenland erinnert. Es geht die Sage, dass eine Sparkasse unter maßgeblich politischer Leitung daran fast gestorben wäre. Aber wir wissen ja: Banken sterben nie, jedenfalls nicht richtig.

Da stand ein CDU-Gesundheitsminister zur Wahl, der die KBV beschimpft und seinen beiden Landes-KVen nach dem Mund redete, der eine Unzahl von Leistungsstätten verteidigte gegen jeden vernünftigen Sparwillen, der meinte, es müsse immer mehr geben für die Ärzte, nur damit sie ihn wählten.

Da standen Grüne zur Wahl, die, kaum einmal in einer Bundesregierung, ihren Pazifismus nur noch vom Hörensagen kannten. Wieviel Kriege seit Rot-Grün und wieviel unter Helmut Kohl? Man wird ja noch mal fragen dürfen.

Jetzt soll es den Kernkraftwerken an den Kragen gehen. Na dann warten wir mal unverzüglich ab.

Ach ja, da war doch noch wer. Der meinte, man müsse Griechenlandhilfen mit Steuerversprechen verrechnen. Das hat sich nicht gelohnt. Und das ist auch, fast das einzige was glücklich machen kann, gut so.

Und hat die SPD gerade bei der Griechenlandhilfe gezeigt, dass sie irgendwie Anforderungen gewachsen wäre? Auch insoweit: avanti dilettanti! Nur wer nichts erhofft kann nicht enttäuscht werden.