Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
12 Apr
CSU will Ärztezulassung freigeben Quelle
Witzige Idee, dahinter steckt, dass sich die Leistungserbringer doch selbst zerfleischen sollen. Anders begreifen „die Niedergelassenen“ schließlich nicht wirklich, dass die KVen „ihre eigene“ Angelegenheit sind. Den Interessen von Patientinnen und Patienten dient das aber weniger als den Interessen der wirtschaftlich im Wettbewerb agierenden Kassen. Nicht abzustreiten ist, dass so die Einnahmen in Ballungsgebieten durch Atomisierung so gering werden dürften, dass eine Landarztpraxis im Vergleich dazu wieder wirtschaftlich attraktiv wird.
Aber: wollen wir nicht lieber mal darüber nachdenken, wie das ganz anders zu lösen wäre? Zum Beispiel mit einer Beendigung dieses Abenteuers selbständigen Unternehmertums von Ärzten, die alles mögliche, aber nicht Unternehmersein gelernt haben? Aber sorry, ehe jetzt wieder die Zunge im Honigtopf kleben bleibt und den Verstand gleich mit verklebt: es geht nicht an, so ein Modell nur für die unattraktiven Gegenden und nur für Hausärzte, wenn, dann muss das für alle gelten.
4 Antworten zu "Bedarfsplanung für Ärzte"
Selbständiges Unternehmertum der Ärzte war wohl eher als Witz gedacht. Ärzte sind in Deutschland genau so selbstständig wie Leibeigene im Mittelalter.
http://healthcarebubble.wordpress.com/serfdom-in-german-health-care-system/
Propaganda ist die Würze jeder Diskussion. Wer die komfortable Lage des unternehmerischen Arztes bejammert sollte wissen, dass man Schokolade nicht behalten und aufessen gleichzeitig kann. Ab als Angestellte in MVZs und gut ist. Regelmäßiges Einkommen, geregelte Arbeitszeit, Gleichstellungsbeauftragte, keine unternehmerische Verantwortung mehr, das Finanzamt braucht nicht mehr
beschbeachtet zu werden.… und worin besteht bitte schön die komfortable Lage des unternehmerischen Arztes deiner Meinung nach?
1.) Bedarf selbst generieren, 2.) Umfang der Leistungen selbst bestimmen, 3.) Preis mit Partnern vereinbaren, die früher dann nur mit den Achseln gezuckt haben und den “Geschäften zu Lasten Dritter” und “hinter verschlossenen Türen” nicht abgeneigt waren, 4.) unerwünschte Kunden für diese kaum zu bemerken abwimmeln, 5.) Honorare nach eigenem Gutdünken innerhalb geschlossener Kreise der sogenannten Selbstverwaltung zu verteilen (gut, da kommt dann das Kannibalistische im Arzt zum Vorschein), 6.) Honorarsteigerungen über Instrumentalisierung der Kunden in der Politik durchpressen von denen alle anderen Arbeitnehmer und Unternehmer (mit Ausnahme der Pharmaindustrie) nur träumen. Gleichzeitig dann noch unerträglich jammern können wie schlecht es einem doch gehe, damit langsam allen Kundigen nur noch auf die Nerven zu gehen, also das ist schon was.
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