So ein Unsinn. Politik verkommt zur Unterhaltung. Hoppe und Montgomery applaudieren und fordern gleich noch ein wenig Zugabe. Klar, jetzt fehlt nur noch die Forderung nach mehr Geld für das System. Einen der ganz wenigen klugen Kommentare liest man bei der tagesschau:

Deutschland hat keinen Ärztemangel, denn die Zahl der berufstätigen Ärzte hat seit 1970 um 140 Prozent zugenommen. Damals kamen 857 Einwohner auf einen praktizierenden Arzt, 2008 waren es bloß noch 257 Einwohner. [Quelle: Bundesärztekammer]. Damals gab es auch KEINE katastrophale Gesundheitsversorgung. Wer behauptet, der Bundesrepublik fehlen Ärzte, läuft Gefahr, sich angesichts der Größenordnungen – die Zahl der Ärzte stieg seit 1970 immerhin von 133.011 auf 319.697 – lächerlich zu machen. Wenn auf dem Land tatsächlich ein Ärztemangel besteht, dann ist das eine Frage der Verteilung der Ärzte – also des bestehenden Budgets. Doch dafür sind die Kassenärztlichen Vereinigungen zuständig, also die Ärzte selbst, denn die Kassenärztlichen Vereinigungen sind Einrichtungen der ärztlichen Selbstverwaltung.

Warum wird nicht wenigstens nach flachen Ideen aus der Politik von den Kommentatoren nachgedacht: Was nützt die Abschaffung des NC wenn die Zahl der Studienplätze nicht steigt? Wann wirkt eine solche Maßnahme (müssen da eventuell noch 16 Bundesländer zustimmen? Na denn man tau …) wenn sie einstimmig jetzt beschlossen würde? Wie lange dauert noch einmal ein Medizinstudium? Sollen die Patienten bis dahin warten? Oder setzt man auf sozialverträgliches Frühableben?

Politik und Journaille werden einfach nicht besser.