Das fachübergreifende Wirken der Selbsthilfe durch die NAKOS bezieht sich nicht nur auf gesundheitliche Fragestellungen im engeren Sinne, sondern ist eine zentrale Säule des gesamten bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Eine Engführung der Selbsthilfe auf eine rein krankheitsbezogene Unterstützungsstruktur übersieht die hohen Potenziale der sozialen Netzwerke und des sozialen Kapitals, das durch diese Art der Selbstorganisation gefördert wird. Die Förderung der Selbsthilfe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich gerade auch Ihr Haus weiterhin stellen sollte.

Mit solchen Schreiben, so bittet Raimund Geene, Vorständler der Dt. Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen (DAG SHG), sollen sich auch Selbsthilfeverbände für den Erhalt von Subventionen an die NAKOS einsetzen.

Wenn ich mir so ansehe mit welchen Summen die professionellen Unterstützer der Selbsthilfe so gefördert werden, vom Staat, von den Krankenkassen, dann kommen mir Fragen: warum bekommt die professionelle Unterstützermannschaft so viel mehr und einfacher Geld als die Selbsthilfe selber? Was ist so toll daran, die Selbsthilfe nicht zu fördern, wohl aber deren selbsternannte Helfer? Es erinnert mich an einen Cartoon: bitte helfen Sie mir nicht, ich habe genug Probleme.

Und speziell bei NAKOS frage ich mich schon lange: was, abgesehen von ausufernden Datenbanken und Listen und Broschüren mit Adressen, hat die NAKOS eigentlich je wirklich für die Selbsthilfe getan? Ist es nicht eher eine Art Meta-Unterstützung, die vor allem denen Arbeit und Brot verschafft, die eben dort wirken? Und ist die ganze sogenannte Evaluation dort nicht eher Ausfluss von Netzwerken gegenseitigen Unterstützens und Helfens beim Generieren von Mitteln?