«Es ist ein Unding, so Angelika Haus, dass man mit ärztlicher Tätigkeit eine Familie nicht mehr ernähren kann.» Quelle

Wenn diese Fachärztin sich mit gleicher Verve auch für alle anderen Berufstätigen einsetzt, die mit einer Vollzeitarbeit ihre Familie nicht mehr ernähren können, dann, aber auch wirklich erst dann, nehme ich sie wieder ernst. Bis dahin halte ich sie für eine arrogante Standesvertreterin, die lediglich die Privilegien ihres eigenen Stands sichern will zu Lasten der Gesellschaft.

Wenn ich an die Positionen der Grünen zur Abschaffung des Ehegattensplittings oder evangelischen Kirche zur Mitversicherung von Familienangehörigen in der Gesetzlichen Krankenversicherung denke fällt mir auf: es soll nicht mehr so sein, dass eine Berufstätigkeit eine Familie ernährt. Es ist vielmehr ein Zeichen zunehmender Gleichberechtigung von Frauen und Männern, dass es dazu der Berufstätigkeit von beiden Geschlechtern bedarf, also eben zwei Vollzeitjobs nötig sind um eine Familie zu ernähren. Ausnahme sind die Alleinerziehenden, bei denen soll eine Vollzeitarbeit für die Familie reichen. Aber denen schafft unsere Gesellschaft lieber erst gar keine Möglichkeiten einer Vollzeitarbeit nachzugehen.

Ach, Frau Dokta, alles wie immer, nur nicht zuviel nachdenken, die Sachen sind aber auch kompliziert. Lieber einfach: wir hungern und brauchen endlich mehr Geld. Wir sind Ärzte in Deutschland.