(TF) GERON kündigt die welterste klinische Studie am Menschen mit embryonalen Stammzellen an! Wieder mal … Diesmal soll die klinische Studie “Ende des Zweiten Quartals 2008″ beginnen.

Das ist eine “Neuigkeit”, die uns schon eine gute alte Bekannte ist. Denn GERON kündigt seit 2002 in schöner Regelmäßigkeit diese “first in man”-Studie bei Rückenmarksverletzungen an.

Unten füge ich eine kleine Liste bisheriger solcher Ankündigungen seit 2002 an.

Frappante Wirkung der neuen Ankündigung: die GERON-Aktie ist von 3,28 auf 3,29 hochgeklettert! Daran lässt sich ablesen, wie sehr die Investoren an die Heilkraft embryonaler Stammzellen glauben. Vor 8 Jahren war GERON mal bei 73,50.

Die DFG glaubt an GERON:

In der DFG-Stellungnahme zur Stammzellforschung (November 2006) heisst es, “dass der Einstieg in klinische Studien zum potenziellen therapeutischen Einsatz von HES-Zellen eine Möglichkeit geworden ist. So hat die Firma Geron (San Diego, USA) die Beantragung einer klinischen (Phase 1) Studie mit HES-Zellen bei Patienten mit Rückenmarksverletzungen an die FDA angekündigt.” (S. 28)

Sieht man sich GERON’s publizierte Daten der zugrundeliegenden Tierstudie an, dann sieht man, dass nur xenotransplantiert wurde (hES-abgeleitete Zellen auf Ratten) – was aber das Tumorrisiko einer “homologen” (hES-abgeleitete Zellen auf Menschen) Transplantation nicht beurteilen lässt (Erdö et al. 2003), erst recht, da die Tiere bereits nach 8 Wochen getötet wurden.

Die Transplantate hatten bei den behandelten Ratten nur einen äusserst geringen Nutzen (meist ging es den Kontrolltieren besser) und sie wirkten nur bei ganz frisch rückenmarksverletzen Ratten, nicht jedoch bei älteren Läsionen. Bei frischen Rückenmarksverletzungen ist aber die Prognose höchst unklar (es gibt eine hohe Rate von Spontanremissionen) und ein derart riskanter Therapieversuch wie die Transplantation von aus hES differenzierten Zellen nicht vertretbar. Man darf vermuten, dass auch die FDA weiss, dass die angeblich geplante Studie äusserst schwach abgestützt ist.