Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
14 Dez
Welcher empfindungsfähige Mensch wäre nicht für eine “menschenfreundliche Medizin”? … und Weltfrieden?
Zumindest die Menschenfreundlichkeit der Medizin lässt sich gesetzlich verordnen – glauben jedenfalls die Urheber des Entwurfes eines “Gesetzes für eine menschenfreundliche Medizin”: Ulrike Flach (FDP), Rolf Stöckel (SPD), Katherina Reiche (CDU), Peter Hintze (CDU).
Weil die Herbeiführung der Menschenfreundlichkeit der Medizin eine alles andere als triviale Aufgabenstellung ist, bedarf es eines besonders potenten, ja geradezu eines pluripotenten Allheilmittels … richtig: mehr menschliche embryonale Stammzellen!
Vorbei die schlechten Zeiten, da eine menschenunfreundliche Medizin – mangels embryonaler Stammzellen – gnadenlos wütete. Wir erfahren: “Es ist eine Pflicht des Staates, die menschenfreundliche Forschung mit standardisierten und reinen Stammzelllinien zu ermöglichen.”
Wir lesen uns menschenfreundlich lächelnd weiter durch den menschenfreundlichen Text:
Mit der Menschenwürde ist es den Autoren so dermaßen ernst, dass sie ihr nicht nur den Rang eines Verfassungsgutes, sondern gleich den Rang mehrer Verfassungsgüter zuweisen: “Eine Streichung der Stichtagsregelung ist geboten, um den herausragenden Verfassungsgütern der Menschenwürde und dem menschlichen Leben Rechnung zu tragen.” Ein Schelm, wer “inflationärer Gebrauch des Menschenwürdebegriffes” dabei denkt!
Die Menschenfreundlichkeit erstreckt sich in ganz besonderer Weise auf Personen (nicht nur Forscher), die ohne Genehmigung und zu illegalen Zecken nicht genehmigungsfähige Stammzellen nach Deutschland importieren und in Deutschland zu illegalen Zecken verwenden: sie sollen menschenfreundlicherweise völlig straffrei sein.
Man liest: “Der Staat hat die Verantwortung zur Bewahrung menschlichen Lebens”, man bewundert die “Einführung und Verwendung von embryonalen Stammzelllinien”, man erschrickt angesichts des drohenden “empfindlichen Verstoßes gegen die Forschungsfreiheit” usw.
Anbei FDP-Antrag “menschenfreundliche Medizin”.
tf
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