Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
7 Aug
«Hände weg vom Streikrecht», das wäre ein deutlicher Ruf aus der Politik an die subalternen Gerichte, die derzeit vom Chef der Deutschen Bahn AG missbräuchlich angerufen werden. Wenn auch die größeren Gewerkschaften ein elendes Bild abgeben und sich ausgesprochen dämlich verhalten: das Streikrecht antastbar zu erklären wäre aus meiner Sicht das Ende des demokratischen Rechtsstaats für Arbeitnehmer, dann wären sie der Arbeitgeberwillkür vollends ausgesetzt.
xwolf setzt sich mit Mathematik aus Arbeitnehmersicht auseinander. 31% findet er bei der mäßigen Ausgangslage nicht zuviel, nicht einmal viel. Ich fürchte, dass er nicht alle Zahlen wirklich kennt. Denn seine Vermutung, dass eine Einschränkung der Vorstandsgehälter auf das, was eben dieser Vorstand bei seinen Arbeitnehmern für angemessen hält, mehr sparte als die Lokführerforderung kostete, dürfte nicht stimmen. Dazu gibt es wohl einfach zuwenig Vorstände und zuviel Lokführer.
Ich bin zur Zeit gesundheitlich auf die Bahn angewiesen. Alle Termine diese Woche habe ich abgesagt. Und wenn die Lokführer so schlecht bezahlt werden überlege ich mir sowieso noch einmal, ob Bahnfahren wirklich richtig ist. Es geht ja auch anders.
3 Antworten zu "Solidarität mit Lokführern"
Womit haben wir solche Juristinnen verdient? Als das letzte Mal Juristen das Streikrecht aushebelten waren es die Interessen der Rüstungsindustrie, diesmal sollen es die der Ferienindustrie sein. Wie auch immer: «Büttel des Kapitals» darf man solche Arbeitsrichterinnen wohl nicht nennen, oder?
Ich sehe den Streik als sehr problematisch und zwar deswegen, weil ich ein Kunde von DB bin und wenn die Lokführer ihre Forderungen durchsetzen würden, werden die Bahn-Tickets teurer und die sind schon jetzt nicht gerade billig. Meine Angst wurde vor kurzem auch von Bahn-Chef (siehe Bericht von Spiegel Online) bestätigt…
@Peter: In der Stahlindustrie ist der Anteil der Personalkosten am Produktpreis (insgesamt, also auch der überbezahlten Heuschrecken) weit unter 5%. Weißt Du denn wie hoch der Anteil der Personalkosten des Zugpersonals (also ohne Weichensteller und Info-Point-Customer-Relation-Manager) am Fahrpreis ist? Deine Sorge ist unberechtigt. Allenfalls nützt einer wie Mehdorn einen solchen Abschluss um dann weitere nur durch Gewinninteressen begründete Preiserhöhungen zu begründen. Aber man muss dem Vorstand ja nicht glauben.
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