… und nicht in der Lage mich täglich zu melden. Seit 21.11. mit einer Ausnahme jeden Tag eine Sitzung, einmal zwei Tage in wenigstens nur einer Stadt; manchmal habe ich das Gefühl, dass in jedem November alle Gremienwelt glaubt, die Welt noch schnell retten zu müssen. Natürlich soll das bis Jahresende, besser noch vor den Adventssonntagen erledigt sein. Und so hetzen die Gremienmitglieder in die Gremiensitzungen, Tagesordnungen und Positionspapiere verschwimmen irgendwann vor den Augen, Schlafentzug ist keine Folter sondern wird zur Lebensart. Manche Sitzung erinnert mich an Loriots Szene mit Herrn Müller-Lüdenscheid und Herrn Dr. Klöbner in der Badewanne: wenn der eine ein Entchen hineinlässt, dann lässt der andere das Wasser heraus. So diskutieren wir schon mal drei Stunden über den Unterschied von “können” und “sollen” in einer Richtlinie, es werden Auszeiten genommen, Vorsitzende müssen nach den Sprechern der Gruppen auf Fluren und in Hinterzimmern suchen.

Und wenn man nicht wie ein Schiesshund (woher kommt eigentlich dieser Ausdruck?) aufpasst, dann mogeln die Verantwortlichen kleine Finessen in die Beschlüsse oder Papiere, Spitzfindigkeiten in die Fragestellungen an die Experten, dass es nicht nur keine Freude sondern eine Last wird.

Um dem eine Krone aufzusetzen: ich gehe jetzt erst mal für ca. eine Woche selbst in ein Krankenhaus meiner Wahl. Wünscht mir Glück! Das reicht zwar nicht, aber ohne ist nämlich schlecht.