Dass die Kosten von Arzneimitteln und deren Nutzen nichts miteinander zu tun haben kann geneigter Leser bereits erfahren haben. Dass diese Kosten in 2005 um über 16% gestiegen sind ist nachzulesen.

Weitere Steigerungen sind zu erwarten, denn die Pharmaindustrie will ihre zweistelligen Gewinnsteigerungen schließlich fortsetzen.

Wenn Politikerinnen meinen, dass ein zweiter Arzt und dessen Meinung etwas grundsätzlich bewirken könnten, dann haben sie das System vielleicht nicht verstanden: Ärzte wissen wenig über Arzneimittel. Was sie wissen stammt meist aus den “Beratungen” durch Pharmareferenten, wenn nicht nur aus Werbung und Prospekten. Klinische Pharmakologen könnten den Unsinn beenden, dass manche Patienten genauso viele Medikamente noch einmal gegen die Nebenwirkungen der eigentlich verordneten Medikamente einnehmen. Und gegen das “Wegwerfen” verordneter und bezogener Arzneimittel hilft aus meiner Sicht nur Aufklärung (im günstigsten Fall) und Strafe (durch Zuzahlungen, im Normalfall). Nicht populär.

Vielleicht hilft auch mal ein Patientenblick auf Preisvergleiche, wobei immer skeptisch zu untersuchen bleibt, wer eigentlich hinter den Webportalen steht. Generell gilt: wo es um so viel Geld geht ist Misstrauen angebracht!