Gesundheit(spolitik), Selbsthilfe und überhaupt
22 Aug
So richtig freuen und Spaß haben kann ich an den Nachrichten aus dem Bundesministerium für Gesundheit nur selten. Manchmal lache ich eher gallig auf, zum Beispiel beim Thema Pflegeversicherung, das mein Leben nun schon seit ihrer Einführung (die ich abgelehnt habe!) begleitet. Der Herr mit dem «Die Rente ist sicher» hatte damals den Einstieg in den Ausstieg der solidarisch finanzierten Sozialversicherung gewagt und geschafft, die Sozialdemokraten hatten im Bundestag zugestimmt, weil sie mit 500 Millionen für die (damals mehrheitlich roten) Länder sowie 500 Millionen für die (damals mehrheitlich … Sie werden es ahnen) Kommunen überzeugt wurden. Es waren noch D-Mark.
Ich erinnere mich noch gut, wie bei einer ersten Revision des Gesetzes die Anstalten vor allem auf Betreiben der Lebenshilfe und zu Lasten der Familien einen höheren Anteil an den Töpfen bekamen. Das war nötg und richtig, wollte uns damals ein Herr Jung (wo ist der eigentlich geblieben?) aus dem Ministerium von Herrn Blüm weiß machen. Heute hat man in der Politik begriffen, dass jeder Weg zu den Anstalten ein Irrweg ist, Zukunftssicherheit nur in ambulanten und wohnortnahen Strukturen von Hilfen zu finden sein wird. Jetzt geht es also wieder zurück. Und wieder sind sich rote und schwarze Politiker einig. Spricht diese Einigkeit eigentlich für Richtigkeit?
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